Weiterbildungsreihe am Quellhof für Helfer in der Flüchtlingsarbeit

"Unterwegs" heißt die Flüchtlingshelfer-Weiterbildung am Quellhof. Sie bietet Hintergrundwissen und praktische Werkzeuge für Pädagogen, Therapeuten und Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit.

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Annemarie Thimm und Lisbeth Wutte (von links) haben die Fortbildungsreihe für Flüchtlingshelfer organisiert. Mehr Bilder unter www.hohenloher-tagblatt.de.  Foto: 

Am 17. Juni beginnt am Quellhof in Kooperation mit "Start international" die Fortbildungsreihe mit einem Expertenteam aus 14 Dozenten und Referenten, die in Vorträgen, Arbeitsgruppen, kunsttherapeutischen Beiträgen und Workshops Kompetenzen für die Arbeit und das Leben mit Flüchtlingen vermitteln.

Initiiert wurde der Lehrgang von Annemarie Thimm aus dem Quellhofteam und Lisbeth Wutte von "Start international". Annemarie Thimm ist die Flüchtlingsarbeit aus persönlichen Gründen ein Herzensanliegen. Sie verbrachte sechs Jahre ihrer Kindheit in Afrika und habe dadurch ein sehr intensives Verhältnis zu diesem Kontinent. "In der jetzigen Situation frage ich mich, was ich ganz real zurückgeben kann von der Gastfreundschaft, die ich selbst erleben durfte", sagt die 50-Jährige.

Lisbeth Wutte weiß aus ihrer täglichen Arbeitspraxis im Umgang mit traumatisierten Flüchtlingskindern, dass bei Helfern Empathie und guter Wille allein nicht ausreichen, um mit den Herausforderungen kompetent umzugehen. "Oft fehlt es dabei an Kenntnissen und Handwerkszeug", sagt die Theaterpädagogin und Dozentin für Sprachbildung und Wortkultur in der frühen Kindheit. Wenn man zu wenig von der Kultur und der Not Flüchtlinge wisse, könnten für beide Seiten schnell Enttäuschungen und Frustration entstehen, meint die 66-Jährige.

An vier Wochenenden im Juni, Oktober, November und Januar sollen unterschiedliche Themenkomplexe behandelt werden. Unter dem Stichwort "Inklusion oder Integration?" wird in Impulsreferaten, Arbeitsgruppen und sozial-künstlerischen Übungen das Thema "Interkulturalität" beleuchtet, mit vielen Infos über die Herkunft der Flüchtlinge und die daraus resultierenden unterschiedlichen Herausforderung der interkulturellen Begegnung. "Trauma und Traumabeistand" ist das Thema des zweiten Moduls im Oktober. Dabei geht es nicht nur um den Umgang mit traumatisierten Flüchtlingen, sondern auch um das "self caring", die psychische Eigenstabilisierung der Helfer. Ende November gibt es Gespräche und Künstlerisches zum Thema "spirituelle Praxis und Resilienz", und das letzte Wochenende Mitte Januar 2017 ist dem Austausch der Teilnehmer zu ihrer Arbeit und der Vernetzung einzelner Initiativen gewidmet. Das ausführliche Programm von "Unterwegs" gibt es im Internet unter www.quellhof.de.

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