Weißrusslandhilfe: Freud und Leid geben sich die Hand

Aktion: Crailsheimer Verein Weißrusslandhilfe wird mit offenen Armen empfangen – Arbeit soll unvermindert fortgesetzt werden – Schüler fiebern Aufenthalt in Hohenlohe entgegen.

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Egal, wie oft man dieses Land, diese Stadt, diese Dörfer, diese Einrichtungen und diese Menschen besucht hat: Jedes Mal wird deutlich, wie wichtig und wertvoll diese Unterstützung ist, jedes Mal kehrt man mit neuen Eindrücken zurück, und jedes Mal wird man in seinem Vorsatz gestärkt, diese Hilfe fortzusetzen. Sie ist für viele Menschen der einzige Hoffnungsschimmer und Mutmacher.

Sie sind für uns wie Engel, heißt es auf einer Urkunde, die das engagierte Führungstrio Reinhold Kett, Konrad Linke und Robert Fischer von der Weißrusslandhilfe Crailsheim von der einen Partnerorganisation in Gomel entgegennehmen. "Wir bedanken uns für die materielle Hilfe, Herzensgüte und Barmherzigkeit" steht auf der handgeschriebenen Urkunde des anderen Partners. Victoria und Valentina und ihre Helfer sind die Garanten dafür, dass die Hilfe dort ankommt, wo sie am dringendsten gebraucht wird.

Tränen der Freude und des Mitgefühls

Für die Begleiter ist jeder Hilfstransport ein Wechselbad der Gefühle. Es gibt Begegnungen, die Herz und Seele berühren, es fließen Tränen der Freude und des Mitgefühls, und man kehrt mit unvergesslichen und nachhaltig wirkenden Eindrücken zurück. Der ängstliche Blick von Daria, die Reaktion auf die Berührung seiner zarten Finger und seines Gesichtes, der liebevolle und fürsorgliche Umgang der Mama lässt verstummen. Das Bild prägt sich ein, taucht immer wieder auf, ermuntert und mahnt, die Arbeit unbedingt fortzusetzen. Die Weißrusslandhilfe Crailsheim konzentriert sich auf die Unterstützung von behinderten Menschen wie Daria. Der Achtjährige kann weder den Kopf heben, noch gehen, noch sprechen. Aber er reagiert, wenn er angesprochen und berührt wird. In ein Heim will die alleinerziehende Mutter ihr jüngstes von drei Kindern auf keinen Fall geben, "doch ohne eure Hilfe kann ich mein Leben nicht bewältigen", sagt sie mit Tränen in den Augen. Sie und viele andere sozial schwache Familien erhalten Lebensmittel, Kleidung, Kinderwagen, Spielsachen.

Im Klassenzimmer ist es mucksmäuschenstill, die Buben und Mädchen stehen an ihren Tischen und begrüßen nach einem Zeichen ihrer Lehrerin wie ein Chor ihre Gäste. Diese werden in wenigen Wochen Gastgeber von 25 Kindern der Dorfschule Klimovka sein, wo dieser Reise entgegengefiebert wird. Gemeinsam mit der Schule am Kreßberg in Marktlustenau mit Rektor Siegfried Köhnlein an der Spitze organisiert die Weißrusslandhilfe einen dreiwöchigen Aufenthalt. Er ist aufgeteilt in eine Schulprojektwoche, in der sich Kinder von zwei recht unterschiedlichen Ländern kennenlernen und miteinander arbeiten. Der zweite Abschnitt des Aufenthalts dient insbesondere der Erholung der Kinder, die in einem seit der Katastrophe von Tschernobyl radioaktiv verstrahlten Gebiet leben.

Der Verein brachte auch dieses Mal mehr als 2500 Pakete mit Lebensmitteln, Textilien, Schuhen, Spielsachen und Haushaltswaren sowie Rollatoren, Rollstühlen und Inkontinenzartikel nach Weißrussland. Erneut stellten die Firmen Roll und Widmann kostenlos zwei Lastzüge und das Autohaus Linke einen Kleintransporter für den über eine Strecke von 4000 Kilometern gehenden Transport zur Verfügung.

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