Wahlkampf 2.0: So präsentieren sich die Bundestagskandidaten im Internet

Piraten-Wiki, Newsletter oder konservative Homepage - der Wahlkampf ist digital geworden. Acht Kandidaten aus der Region wollen in den Bundestag. Bei der Internetpräsenz geht die Qualität auseinander.

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Digitale Visitenkarte: Unterschiedlicher könnten die Web-Auftritte der Bundestagskandidaten nicht sein.  Foto: 

Frisches Grün und ein lächelnder Harald Ebner ziert die Seite des Bundestagsabgeordneten der Grünen. Interessierte können sich hier ein erstes Bild von Ebner und seiner Arbeit machen. Auch auf Facebook und Twitter ist der Kirchberger zu finden. "Man muss mit seiner Zeit haushalten", macht Harald Ebner deutlich. "Deshalb wird die Homepage von einem Berliner Büro aktualisiert. Ich konzentriere mich auf Facebook und Twitter. Das sind für mich zusätzliche Kanäle, um mehr Menschen zu erreichen."

Die Internetseite des Bundestagsabgeordneten Christian von Stetten (CDU) bekommt zum 1. August ein anderes Aussehen. "Die neue Seite soll bessere Möglichkeiten zum Dialog bieten", sagt der Künzelsauer. Gepflegt wird die Seite von seinem Büro. "Zusätzlich verschicke ich einen Newsletter, der mehrere Tausend Abonnenten hat", beschreibt Christian von Stetten. Über Facebook erhält er täglich rund 20 Anfragen, die er persönlich beantwortet. Seinen Twitteraccount will er erst drei Wochen vor der Wahl richtig füttern. "Neue Medien unterstützen die allgemeine Arbeit. Das persönliche Gespräch halte ich nach wie vor für wichtig", sagt er.

Mit eigener Homepage, Facebook- und Twitteraccount ist auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Annette Sawade vertreten. Ihre Homepage soll Informationsplattform sein, "über Facebook und Twitter können Interessierte einen Blick hinter die Kulissen werfen".

Ganz anders sieht es auf der Kreisverbandsseite der ÖDP aus. Nach dem Link "unser Kandidat" folgt gähnende Leere. Bundestagsanwärter Peter Gansky ist zwar namentlich erwähnt, aber der Rest der Seite ist leer. Und auch sonst findet man von Gansky recht wenig im Netz. Ein paar Zeitungsartikel, ein paar Fotos. Kein Facebook- oder Twitteraccount, keine eigene Homepage. Auf Nachfrage begründet der Crailsheimer seine Netz-Abstinenz ganz logisch. "Ich bin gegen diese Strahlenbelastung. Ich besitze nicht mal ein Handy und lebe wirklich ökologisch. Das ist mein Leben. Meine Kommunikation ist Face to Face. Ganz ohne Facebook." So vermutet der Lehrer sein Wählerklientel auch nicht im Netz. Eine Homepage sei demnächst trotzdem geplant.

Auch Florian Vollert (Linke) ist nur sehr spärlich im Netz vertreten. "Wir sind eine junge Partei und im Aufbau begriffen", sagt er. Er verweist auf die neue Homepage des Kreisverbandes Schwäbisch Hall-Hohenlohe, auf der auch Infos und Beiträge über und von ihm zu finden sind.

Stephen Brauer (FDP) betreibt da schon etwas mehr Aufwand. Etwa zwei bis drei Stunden pro Woche investiert er in die eher konservativ gestaltete Homepage. Der Handelslehrer aktualisiert Termine, lädt Bilder hoch und betreut einen halbprivaten Facebookaccount. "Pro Monat hat die Homepage etwa 3000 Aufrufe", weiß der Crailsheimer. "Das ist schon recht ordentlich." Vor allem jüngere Leute würden sich via Internet informieren. "Viele greifen aber immer noch zum Telefon und ziehen das persönliche Gespräch vor.

Gänzlich auf eine eigene Homepage verzichtet Alexander Brandt (Piraten). Wer den Namen googelt, stößt allerdings schnell auf die Seite der Piraten-Partei. Die ist plakativ gestaltet, die Überschriften sind in Großbuchstaben geschrieben und der User wird geduzt. Im Piraten-Wiki findet sich dann ein Foto samt Steckbrief des Sozialpädagogen. Da gibt es zu lesen, dass Brandt Fantasy-Rollenspiele, Festivals und Filme mag. Bis vor Kurzem hatte der Kirchberger auch ein eigenes politisches Blog, dieses habe er aber "aus Zeitgründen einstellen müssen". Sowieso bevorzugt Brandt das persönliche Gespräch via Telefon, Skype (Username: Chandrophos) oder beim Stammtisch, statt einen langen E-Mail-Wechsel. Auch bei Twitter ist Brandt zu finden.

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