Von Stetten siegt und will weiter für A6-Ausbau kämpfen

Der Freiherr holt zum fünften Mal das Direktmandat, muss jedoch dem Bundestrend Tribut zollen - 11 Prozent weniger Erststimmen als 2013.

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Ich will, dass bei der morgigen Bundestagswahl im Wahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe 50 Prozent mehr Bürgerinnen und Bürger ihr Kreuz bei der CDU machen, als beim Landtagswahlurnengang am 13. März 2016“, schrieb Christian von Stetten am Samstag in einer Pressemitteilung. Mit 23,0 Prozent im Landkreis Hall hatte die Union damals eine herbe Niederlage einstecken müssen.

Von Stettens Zweitstimmen-Erwartungen gingen gestern Abend in Erfüllung – wenn auch knapp: Die Union kam in seinem Wahlkreis bei den Zweitstimmen auf 34,28 Prozent, er selbst bei den Erststimmen auf 40,46 Prozent. Der Freiherr erzielte damit rund 11 Prozent weniger als bei seinem furiosen Abschneiden 2013, wollte das aber nicht als schlechtes Ergebnis gewertet wissen. „Es ist völlig klar: Wenn man bundesweit zehn Prozent verliert, schlägt sich das auch bei uns nieder“, analysiert der Familienvater. Man dürfe nicht außer Acht lassen, dass 2013 noch kein AfD-Kandidat zur Wahl stand. Dass er mehr doppelt so viele Erststimmen erhielt wie die zweitplatzierte Annette Sawade (16,19 Prozent) sieht er als „starken Auftrag“, in den nächsten vier Jahren in Berlin Politik zu machen.

Das Ergebnis im Bund bezeichnete von Stetten gestern als „große Niederlage für die CDU und die SPD“. Das schlechte Abschneiden der Regierungsparteien habe sich bereits vor zwei Jahren abgezeichnet, als bei der Eurorettungs- und später insbesondere der Flüchtlingspolitik Fehler gemacht worden seien. Von Stetten: „Die CDU-Parteiführung hat meine Voraussage damals nicht als realistisch angesehen und zugelassen, dass weiter an den deutschen Grenzen gegen Gesetze verstoßen wurde. Ich habe damals vor einem Jahrhundertfehler gewarnt, der dazu geführt hat, dass sich zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland eine Partei rechts von der Union flächendeckend im Bundestag und in den Landtagen zweistellig ausbreitet. Ich wurde damals vor allem von denjenigen kritisiert, welche jetzt fassungslos das aktuelle Bundestagswahlergebnis analysieren.“

Da die SPD gestern eine erneute Regierungsbeteiligung ausschloss, rechnet von Stetten mit einer „Jamaika-Koalition“ aus CDU, FDP und Grünen. „Bei den Koalitionsverhandlungen müssen wir darauf achten, dass eine vernünftige Ordnungspolitik gemacht wird“, so von Stetten. Er selbst reist bereits heute nach Berlin, um die Gespräche mit den potenziellen Koalitionspartnern aufzunehmen.

Bei den Verhandlungen möchte sich von Stetten auch für sein wohl größtes Projekt im Wahlkreis einsetzen: den sechsspurigen Ausbau der A6. Die CDU werde keinen Koalitionsvertrag unterschreiben, in dem der Autobahnausbau keine hoher Stellenwert eingeräumt werde. „Ich möchte, dass die A 6 so schnell wie möglich ausgebaut wird, mein Kollege Harald Ebner ist da etwas reservierter“, so der 47-Jährige. Seine Stimme gab von Stetten am Sonntagvormittag gemeinsam mit seiner Familie im Wahllokal in Kocherstetten ab.

Den Wahlkampf der vergangenen Wochen bezeichnete er als lang und hart. In mehr als 150 Veranstaltungen warb er für sich, Kanzlerin Angela Merkel und das Programm der CDU. Einen Tag vor dem Volksfest-Auftakt trat er in Crailsheim im gemeinsam mit Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer im Engel-Festzelt vor 6000 Menschen auf. „Ich darf mich bei allen bedanken, die mich unterstützt haben und ihre Freizeit oder finanzielle Mittel aufgebracht haben um diesen Wahlkampf erfolgreich bestreiten zu können“, so von Stetten.

Vorsitz im Parlamentskreis

Allzu ausgiebig feiern wollte von Stetten gestern nicht. Auf seiner eigenen Wahlparty in Künzelsau blieb er nur, bis das Wahlergebnis für den Landkreis Hall feststand. Bereits heute morgen reiste er nach Berlin. „Ich möchte wieder zum Voristzenden des Parlamentskreis Mittelstand der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gewählt werden“, sagte von Stetten. Über weitere politische Ziele möchte er erst nach dem Festsehen des endgültigen Wahlergebnisses sprechen.

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