Von Stand zu Stand gebabbelt

Die landwirtschaftlichen Markttage sind mal wieder unverzichtbare Kommunikationsplattform für die hiesigen Bauern gewesen - ob's nun um 360-PS-Brummer, Infrarotlampen oder den Schweinepreis ging.

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Martin Hassel präsentierte einen grünen 360-PS-Koloss.  Foto: 

Beim Gebrauchtmaschinenmarkt in Blaufelden treffen sich Groß- und Kleinagrarier vom Taubertal bis hinab nach Jagsthausen und jeder schwätzt mit jedem. Rainer Hofmann, Vorsitzender des Maschinenrings Blaufelden, formulierte es am Samstag ein bisschen anders: "Die maschte babble si von am Stand zum nägschde durch die ganz Halle." Gesprächsstoff gab es angesichts der angespannten Lage in der Landwirtschaft genug. Deshalb - und natürlich auch wegen der rund 40 Aussteller - war der Zuspruch enorm. Wie viele Tausend Menschen sich an den Ständen drängten, war schwer zu sagen. Jedenfalls mehr als die 6000 im vergangenen Jahr.

Über was wurde gebabbelt? Über die neusten Trends bei den Großmaschinen zum Beispiel. Traktoren um die 250 PS, ausgestattet mit aller nur denkbaren Elektronik, sind inzwischen beinahe Alltag. Satellitengesteuerte Feldbearbeitung, auf den Zentimeter genau, ist nichts Besonderes mehr. Für Aufsehen sorgten allenfalls noch die ausklappbaren Infrarotlampen an der Traktorfront zur Erkennung des Chlorophyll-Wachstums in den Pflanzen. Der Bordrechner übersetzt die Werte anschließend in die punktgenaue Düngemittelgabe und steuert den hinten am Traktor hängenden Düngerstreuer an. Wenn also in naher Zukunft ein rötlich strahlender Monster-Maikäfer auf einem Feld seine Runden zieht: nicht erschrecken, er düngt nur.

Den dicksten "Brummer" stellte übrigens die Firma Hassel Agrarservice aus: einen 360-PS-Koloss (grün mit roten Felgen, versteht sich). Das Ungetüm fräst von Berchtesgaden bis Niedersachsen Gräben und ist im Dauereinsatz, seit die Breitbandverkabelung vorangetrieben wird.

Unter den Besuchern war auch Klaus Mugele, Vorsitzender des Bauernverbands. Er analysierte die aktuelle Situation. Zum Schweinepreis: "Experten rechnen damit, dass es im zweiten Halbjahr wieder aufwärts gehen kann. Es hängt davon ab, wie sich die Bestandszahlen in der Sauenhaltung entwickeln. Wenn man bedenkt, dass bei uns in den letzten fünf Jahren die Hälfte der Ferkelerzeuger aufgegeben hat und 30 Prozent weniger Sauen gehalten werden, dann müsste sich dies langsam im Schlachtaufkommen abbilden." Zum Milchpreis: "Prognose schwierig, erfahrungsgemäß steigt die Milchmenge mit dem Frischfutterangebot im Frühjahr, der Druck wird noch bleiben."

Viel diskutiert wurden auch die sogenannten Nachbau-Gebühren. Die Saatgut-Treuhand hatte Briefe an die Landwirte geschickt. Wieder einmal sollten sie ihre Anbau-Strategien offenbaren. Erwin Oberndörfer, Sprecher der wehrhaften Interessengemeinschaft gegen dieses Ansinnen, hatte viel zu erklären.

Beliebt war der Maschinenkatalog. Dort findet der Landwirt nicht nur die ausgestellten Maschinen wieder, sondern auch sonstige Angebote aller Art - vom "Besamungsbügel" (fünf Euro) über ein "Krokodilgebiss" (850 Euro) bis zum "Fendt Vario 936" (133 000 Euro) wird dem suchenden Landmann alles geboten, was sein Herz begehrt.

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