Von Sperlingen über die Liebe bis zum Ripple

Wie der Uli zum Spreißel in der Pobacke gekommen ist, und wovor die Großmutter ihre Enkelin warnt, das konnte das Publikum im "Feuchter"s" in Bovenzenweiler mit dem Trio Fürbeth und Kindler erfahren.

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Die "Reizwäscheausstellung" bot den optischen Rahmen zum Programm "Nicht jugendfrei". Luise Fürbeth war dabei vorwiegend für den musikalischen Teil zuständig: sowohl als Sängerin wie auch als sich selbst begleitende Gitarristin. Ihrer Herkunft aus Bayern waren einige der Lieder geschuldet.

Dazu gehörte das eingangs zu hörende Lied übers Fensterln ebenso wie das "Darf ich"s Madl lieben?" des "Bübles", das von der Mutter bis zum "lieben Gott" fragt, oder "In München steht ein Riesenkarussell", ein Lied, bei dem es mehr ums "Reiten" geht. Bei Letzterem wie bei einigen anderen Liedern wurde Luise Fürbeth von Gerda und Sepp Kindler stimmlich unterstützt.

Dazu gehörte etwa "Dann kann er rudern, dann kann er segeln", das sich im übertragenen Sinn mit Vorgängen im Bett auseinandersetzt - und wie der ständig um zehn Jahre alternde Mann vom Können übers Tun zum Hoffen gelangt. Zu "Auf der Reeperbahn" sang auch das Publikum in der gut gefüllten Kulturkneipe mit Hingabe mit.

Das wurde bis zum, so Fürbeth, "Publikumsballett" ausgeweitet. "Ich ging einmal spazieren" bot Bewegungsmöglichkeiten vom Gehen über Handbewegungen bis zum Powackeln. Beim Sperling-Lied vom "Schnäbeln" und "Füßeln" bis zum "Äugeln", "Schwänzeln" und "Vögeln" unterm Dach wurde ebenso fleißig den von Gerda Kindler vorgemachten Bewegungen gefolgt.

Gerda Kindler las zwischen den Liedern im Wesentlichen Texte und Gedichte von Wolfgang Walker. "Was die Liebe ist" bot als Pointe einer Abitursprüfungsaufgabe, dass es sich dabei um einen rechten Nebenfluss der Weichsel handele. Wie groß die Liebe sein kann, zeigte "Der Blunzn und das Leberwürstchen", die nach dem Verzehr wieder zusammenfanden.

Im "Sündenfall" wurde aus Adams "Ripple" ein "herzigs Weible" gemacht. Natürlich rät die Großmutter in "Großmutter warnt ihr Enkele" der Enkeltochter von den Männern im Wesentlichen ab. In "Das Tier" erfuhr das sichtlich amüsierte Publikum, wieso ein Hund treuer sei als eine Frau. "Herz in Not" stammte aus Manfred Wankmüllers "Schlitzohrige Geschichten aus Hohenlohe". Da versucht sich der verliebte Uli beim Fensterln, nicht mit einer Leiter, sondern mittels einer Bohle. Und nachdem ihm der Vater der Lore die Schusswaffe unter die Nase hält, fängt sich der Uli beim Hinabrutschen der Holzbohle einen großen Spreißel in der linken Pobacke ein. Das Publikum war von den Gedichten, Geschichten und Lieder so begeistert, dass der Abend nicht ohne Zugabe beschlossen werden konnte.

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