Von oben ist die Welt am schönsten. . .

Gedanken zum Sonntag von Markus Hammer, Pfarrer in Hengstfeld

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Unser Leben braucht jemanden, der über allem steht - ob wir nun hoch auf dem Gipfel oder ganz tief im Tal stehen. Foto: Thomas Hammer

Von ganz oben ist die Welt doch am schönsten - also machte ich mich zusammen mit meinen drei Brüdern und meiner Mutter zur Hammerspitze (2170 Meter) im Kleinwalsertal auf. Nicht nur der Name des Berges, sondern auch die Aussicht von da oben spornten uns an, den Gipfel zu erklimmen. Es war einzigartig: die herrliche Landschaft, blühende Wiesen, herrliche Ruhe und astreine Luft. Oben angekommen, wurden wir mit Stolz erfüllt. Es war ein gutes Gefühl. Wir hatten es geschafft.

Ganz oben ankommen. Erfolg haben. Das ist der Traum von vielen Menschen. Wir streben nach oben - wir streben nach Erfolg. Das ist gar nicht verkehrt. Viele Errungenschaften der Menschheit gehen darauf zurück, dass Einzelne ganz oben angekommen sind. Gerade in diesen Tagen hoffen wir alle, dass unsere deutsche Nationalmannschaft nach dem Finale am 13. Juli ganz oben stehen wird.

Wir waren gerade auf dem Berggipfel angekommen. Ich sah um mich und musste immer wieder daran denken, welch wunderbare Schöpfung Gott uns geschenkt hat. Vom Gipfel aus wirkte der Alltag wie eine Miniatur. Mein Blick fiel auf das Gipfelkreuz, das drei Meter über den Gipfel hinausragte. Dass es mir erst jetzt aufgefallen war!? Sofort dachte ich: Das Streben nach oben ist gut, aber wenn man darin abhebt und den eigenen Ansprüche nicht mehr gerecht werden kann, dann kann Erfolg auch gefährlich sein.

Unser Leben braucht einen Rahmen. Etwas, oder besser jemanden, der über allem steht. Auch über meinem persönlichen Erfolg oder Misserfolg. Über meinem Aufstieg - und Abstieg. Der stand uns ja noch bevor. Und er war in der Tat viel schwerer als der Aufstieg, sodass ich ihn tagelang in meinen Muskeln und Gelenken spüren musste.

Aufstieg und Abstieg. Damit haben wir ständig zu tun. In der Schule. An unserer Arbeitsstelle oder auch im Sport. Am Erfolg oder Misserfolg werden wir gemessen. Da tut es gut, zu wissen, dass das Kreuz alles überragt. Der Mann am Kreuz, Jesus Christus, überstrahlt jeden Erfolg und Misserfolg. Er thront neben seinem Vater als Weltregent und ist gleichzeitig ein verletzlicher Mensch, der den Tod am Kreuz auf sich nahm. Er ist einer von uns und in ihm finden wir Orientierung für unser Leben.

Nun könnten wir fragen: Ist Gott, ist Jesus nicht fern von mir? Wenn ich zuerst auf einen Berg klettern muss, um ihm zu begegnen? Die Antwort bekommen wir durch sein Wort. Jesus verspricht uns (Matthäus 28,20): "Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende." Jesus verspricht damit nicht erst sein Kommen, er schreibt keine Wege vor, wie man zu ihm gelangen könnte, sondern er sagt ganz einfach: Ich bin da! Ob wir ihn sehen oder nicht, fühlen oder nicht, wollen oder nicht. Ich bin da, mitten in deinem Alltag, in den Höhen und in den Tiefen deines Lebens.

Vom Kreuz her muss ich sagen: Egal ob von oben oder von unten - mit Jesus ist die Welt doch am schönsten!

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