Vom gefräßigen Kater Mitzpuff Märchenerzähler aus Stuttgart ziehen Besucher im Freilandmuseum in ihren Bann

Zu einer Reise ins Land der Märchen brechen zahlreiche Besucher am Sonntag im Freilandmuseum auf. In vier Häusern wird Wundersames erzählt.

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Melitta Schad erzählt gestenreich die Märchen ihrer Kindheit. Foto: Corinna Janssen

In der Stube des Zaisenhausener Bauernhauses im Hohenloher Freilandmuseum ist es mucksmäuschenstill. Mehrere Generationen haben es sich auf den alten Bänken und Stühlen bequem gemacht. Erwartungsvoll blicken sie auf Melitta Schad, die zahlreiche Volksmärchen aus ihrem Mutterland Siebenbürgen im Gepäck hat.

In ihrer eigenen Mundart beginnt sie zu erzählen, entführt die Besucher in mystische Welten voller Zauber und Wunder. Ihre Stimme wechselt ständig, ihre Erzählungen unterstreicht sie mit Mimik und Gestik. Da ist die Königstochter, die von einem Drachen in der Flammenburg gefangen gehalten wird. Ein Hirtenknabe will sie retten und ein Stier, der einen goldenen Stern auf der Stirn hat, hilft ihm. Jeden Tag hatte das Tier bis zum 20. Geburtstag des Jünglings auf der Himmelswiese goldene Sternenblumen gefressen.

Abenteuerlich wird es, als das ungleiche Duo ein hohes Gebirge und ein stürmisches Meer überwinden muss. Der Stier setzt seine magischen Kräfte ein. Aber nur mit dem eisernen Schwert des Königs kann der Jüngling den zwölfköpfigen Drachen enthaupten und die schöne Prinzessin retten. Es gelingt ihm mit einem Schwerthieb, und die Königstochter ist so glücklich, dass sie ihren Retter heiratet. "Das war schön", ruft ein kleines Mädchen begeistert.

Melitta Schad gibt ihr Lieblingsmärchen zum Besten. Es handelt vom schwarzen Kater Mitzpuff, der von seiner alten Besitzerin in den Wald geschickt wurde, um sich selbst Nahrung zu suchen. Die Zuhörer haben viel zu lachen, als die Märchenerzählerin aus dem kleinen Kater ein kleines Ungeheuer werden lässt, das ein Pferd erlegt hat und dieses nun verspeist.

Jörg Langosch aus Schwaigern ist fasziniert von Geschichten. "Schon immer", sagt der Erwachsene. Es sei eine ganz andere Interaktion. Bereits zum zweiten Mal ist er zum Märchentag ins Freilandmuseum gekommen. "Jeder erzählt dasselbe Märchen anders", freut er sich. Er selbst habe 60 bis 70 Märchenbücher zu Hause. Weniger schön findet er es, dass viele Besucher bereits nach dem zweiten Märchen den Raum verlassen und so für Unruhe sorgen.

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