Volles Schloss zum neuen Jahr

Zum beliebten Neujahrsempfang in Schrozberg hat das Stadtoberhaupt Klemens Izsak Vertreter von Firmen, Vereinen, Behörden und die Bürger eingeladen. Der Kultursaal im Schloss war reich bevölkert.

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  • Bis auf den Gang reicht die Zuschauerschlange. Der Empfang der Stadt Schrozberg ist aus dem Veranstaltungskalender nicht mehr wegzudenken. Fotos: Stadt 1/2
    Bis auf den Gang reicht die Zuschauerschlange. Der Empfang der Stadt Schrozberg ist aus dem Veranstaltungskalender nicht mehr wegzudenken. Fotos: Stadt
  • Bürgermeister Klemens Izsak freut die Bautätigkeit im privaten Bereich. 2/2
    Bürgermeister Klemens Izsak freut die Bautätigkeit im privaten Bereich.
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Zusammen mit seiner Frau Karin begrüßte Bürgermeister Klemens Izsak die Besucher dieses Abends, bei dem Rückblick und Ausblick neben dem geselligen Miteinander im Vordergrund stehen sollen, einzeln und per Handschlag. Eine gesonderte Begrüßung zum Beginn seiner Ausführungen war deshalb gar nicht mehr nötig, nachdem die Jugendkapelle Schrozberg unter der Leitung von Oleg Mook den musikalischen Auftakt übernommen hatte.

Mit dem sportlichen Streben nach Bestleistungen verbunden mit der Feststellung, dass nur noch das beste Ergebnis zählt und bemerkt wird, egal ob bei den heuer stattfinden Großereignissen wie Olympia und Weltmeisterschaft oder bei den momentanen Wintersportwettkämpfen, leitete Izsak seine Neujahrsansprache ein. Dieses Verhalten sei aber überall bemerkbar, egal ob in Kindergarten, Schule oder Beruf oder auch in der Kommunalpolitik. Immer werde man verglichen mit dem, der etwas besser macht oder besser kann als andere. Auch in Schrozberg sei das sicherlich so, doch der Bürgermeister brach eine Lanze für die Arbeit im Gemeinderat und in der Stadtverwaltung: Die Ratsmitglieder wie auch die Rathausmitarbeiter arbeiteten stets daran, Vorteile zu nutzen und auszubauen sowie Nachteile auszugleichen, um so aus jeder Situation das vermeintlich Beste zu machen, erklärte Izsak.

So sollten die neue Konzernleitung sowie die Mitarbeiter des jüngst zum vierten Mal verkauften Werkes der früheren Süko-Sim-Fabrik in Schrozberg das auch versuchen - die Startbedingungen unter dem neuen Eigentümer Whitesell seien nicht gerade hoffnungsvoll. Doch das Stadtoberhaupt zeigt sich zuversichtlich - nachdem bei den letzten Eigentümerwechseln immer hehre Euphorie vorherrschte und nachher das böse Erwachen kam, könnte es dieses Mal vielleicht gerade umgekehrt sein.

Die gewerbliche Entwicklung insgesamt sei jedenfalls positiv. 2013 gab es trotz der schon etwas zurückliegenden Schließungen der Drews-Textilwerke und der Sioux-Schuhfabrik statistisch die gleiche Arbeitsplatzzahl wie im Jahr 2001. Die ansässigen Firmen florieren und auch die frei gewordenen Betriebsstätten haben wieder eine Verwendung, und das Factory Outlet Schrozberg konnte mit seinem Fabrikverkauf sogar schon das Zehnjährige feiern.

Die Stadtsanierung wird mit der Fortsetzung der Straßen- und Umfeldsanierung im Bereich der Oberstettener- und Bahnhofstraße weitergehen. Auch private Maßnahmen seien dabei sehr willkommen. Bürgermeister Izsak warb mit einem Sanierungszuschuss von bis zu 30 Prozent. Die Bautätigkeit im privaten Wohnhausbau erfahre gerade eine Belebung, sodass der Gemeinderat sich in der nächsten Zeit wieder mit mehreren Bebauungsplanverfahren beschäftigen werde. Etwas im Hintertreffen sei derzeit das Kreisplanungsamt, da dort die Windkraft nach wie vor für viel Wind um nichts sorge - zumindest mit Blick auf Schrozberg passe diese Aussage, denn es gebe kaum Interesse für Windmühlen im Stadtgebiet, insbesondere deshalb, weil es kaum geeignete Standorte gebe.

Bei der Schulpolitik hakte der Bürgermeister ebenfalls ein - das Bangen um den eigenen Schulstandort beschäftigt derzeit nahezu alle Kommunen im ländlichen Raum mit Blick auf die zurückgehenden Schülerzahlen. Mit der Auskunft, dass die Landesregierung darüber nachsinnt, künftig in der Realschule auch den Hauptschulabschluss machen zu können, hat Kultusminister Andreas Stoch kurz vor Weihnachten in einer Bürgermeister- und Schulleiterrunde für versöhnlichere Töne gesorgt. Der Schulstandort Schrozberg wäre demnach wieder als gesichert zu sehen. Deshalb sollte auch die begonnene Standortdiskussion für den Neubau von Mensa und Stadtbücherei aktiv weitergeführt werden.

Viele weitere Themen verpackte Izsak in seine trotzdem kurze und kurzweilige Ansprache - so ging es noch um die Verwendung des früheren Krankenhauses, wo dieses Jahr der letzte Teil im ersten Obergeschoss auch noch vermietet werden konnte und damit das ganze Gebäude wieder genutzt wird. Zudem ging es noch um die setzungsbedingte Notwendigkeit der Schlosssanierung, die jetzt bald vergeben werden kann. Auch die Erweiterung der Kläranlage Schrozberg und der Ausbau der Ortsdurchfahrt Funkstatt kamen kurz zur Sprache.

Die Kommunalwahl wird ebenfalls ein Thema sein, das im Mai für andere Verhältnisse im Gemeinderat sorgen könnte - hier darf man gespannt sein, ob sich wieder so viele Kandidaten finden lassen wie 2009. Besondere Veranstaltungen versprechen verschiedene Jubiläen bei der Schrozberger Molkerei, der Bereitschaftsgruppe des Deutschen Roten Kreuzes, bei der Landjugend sowie beim besonderen Jubiläum "150 Jahre TSV Schrozberg".

Mit seinem Dank an alle Organisationen, Behörden, Stellen und deren Mitarbeiter schloss der Bürgermeister mit einer Anregung den offiziellen Teil. Sein als Appell und zum Nachdenken gedachter Nachsatz ließ sich - zumindest für diesen Abend - leicht verwirklichen: "Die besten Vorschläge sind immer die, die man selbst auch umsetzt."

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