Viel Geschichtsstoff zum Lesen - Heimatbuch Uttenhofen vorgestellt

Geschichte scheint für die Gemeinde Rosengarten ein belebendes Element zu sein. Mit dem jetzt vorgestellten Heimatbuch Uttenhofen gibt es drei Bücher mit geballter Heimatgeschichte.

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Das Heimatbuch Uttenhofen ist schon bei der Präsentation im Rats- und Kultursaal ein Bestseller.  Foto: 

Mit tiefer Recherche, vielen Gesprächen und sehr intensivem Schreiben ist das Heimatbuch Uttenhofen mit Raibach, Tullau und Wilhelmsglück entstanden. Ulrike Marski und Dr. Christoph Bittel waren verantwortliche Redakteure und haben auch viele Kapitel als Autoren geschrieben.

Die Buchpräsentation zum 675. Bestehen Uttenhofens verdeutlichte die große Ortsgeschichte mit den Teilorten. Zur 1200-Jahrfeier gab es 1988 das Westheimer Heimatbuch, zum 700-jährigen Bestehen 1990 das Buch in Rieden.

"Wir haben in den drei Ortsteilen 1700 Seiten geballte Heimatgeschichte", freut sich Bürgermeister Jürgen König. Sein großer Dank gilt den über 30 Autoren, den Vereinen, Rathausmitarbeitern und den beiden Historikern Ulrike Marski und Dr. Christoph Bittel.

Die Vorarbeit für das Werk begann 2008. "Das Buch hat uns stark beschäftigt und Nerven gekostet - aber auch Freude bereitet und sich wirklich gelohnt. Mühe und Beharrlichkeit steckt in dem Werk", berichtete der Bürgermeister.

Eine Herkules-Aufgabe sei in den 49 Beiträgen, niedergeschrieben auf 650 Seiten, geleistet worden, betonte Michael Happe. Er ist neuer Leiter des Hohenloher Freilandmuseums und wurde von Bürgermeister König gebeten, das Werk vorzustellen. "Es war für mich eine sehr umfangreiche, meist nächtlich absolvierte Arbeit. Aber es machte viel Freude", sagte Michael Happe.

Den 170 Gästen im Dorfgemeinschaftshaus stellte er sehr detailliert das Heimatbuch vor. Es ist in zehn Themenbereiche gegliedert. Der Bogen beginnt mit dem Naturraum, es folgen das Hällische Amt Rosengarten (acht Kapitel), Verwaltung und Politik (drei Kapitel), Verkehr, Siedlung, Infrastruktur (acht Kapitel), Bevölkerung und Wirtschaft (13 Kapitel), soziales Leben (vier Kapitel), Gesundheitswesen (drei Kapitel), Kirche und Schule (drei Kapitel), Kultur und Freizeit (vier Kapitel). Abschluss ist die Kommunalpolitik Rosengarten von 1988 bis 2012 von Bürgermeister König. Es gibt von Friedrich Laidig einen speziellen Anhang mit 20 Seiten. Darin werden die Gebäude und Besitzer der Raibacher Häuser seit dem 15. Jahrhundert präsentiert.

Man erfährt, dass Wilhelmsglück seinen Namen erhielt, weil der Württembergische König Wilhelm über das dortige Steinsalzbergwerk "beglückt" war. Bildhauer Leonhard Kern kaufte 1641 das Schloss Tullau und wohnte dort. Die erste Haller Diakonisse Lisbeth Weidner kam aus Tullau. Es wird informiert, wie viele Zugtiere sich 1892 auf der Staatsstraße zwischen Hall und Westheim bewegten. Es waren täglich 129 Tiere. Heute sind es auf der gleichen Straße täglich etwa 11800 Kraftfahrzeuge.

Nur fünf private Telefonanschlüsse in Raibach

Der Leser erfährt, warum der Tullauer Taglöhner Hetterich im Juli 1851 mit Schimpfreden und Grobheiten überhäuft wurde und ihm Schläge angedroht wurden. In Raibach gab es 1965 erst fünf private Telefonanschlüsse, aber 1880 bereits sechs Branntweinbrenner. In Uttenhofen mussten zu Beginn des 20. Jahrhunderts für jedes Kind 2,40 Mark Schulgeld entrichtet werden, doch armen Familien wurde es erlassen. Interessant auch: Seit 1988 darf in den Gemeinderatssitzungen nicht mehr geraucht werden.

"Sie bekommen Lesestoff für viele Stunden. Die Artikel sind gut gegliedert. Trotz des riesigen Umfangs ist das Buch sehr leserfreundlich und kurzweilig", so Happe.

Der Gemeinderat habe von Anbeginn einer Buchauflage zugestimmt, sagte der Bürgermeister. Aufgelegt wurden 600 Bücher, die Kosten liegen bei 60.000 Euro. Der Buchpreis beträgt 25 Euro.

Die Präsentation wurde vom Liederkranz Uttenhofen - er wurde 1900 gegründet - und dem Gesangverein Frohsinn aus Tullau musikalisch begleitet. Beide Vereine werden von Rainer Ellinger geleitet. Er selbst spielte zwei Musikstücke am Klavier. Sänger und Musiker erhielten großen Applaus. Die Bücher wurden begeistert gekauft. Zur Präsentation kostete ein Buch 20 Euro.

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