Viel Dreck und Lärm

Den Stuttgart-21-Aushub will die Bahn in den Steinbruch Wilhelmsglück fahren. Der Michelbacher Gemeinderat will ein Lärmgutachten überprüfen lassen. Fraglich bleibt, ob die Züge nachts rangiert werden.

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"Den Dreck" nennt es Gemeinderat Franz Weissinger salopp, was da auf Michelbach zurollt: eine Lawine aus rund zwei Millionen Tonnen Stuttgart-21-Aushub, herangekarrt auf zwei Güterzügen täglich. Mit dem Gesteinsschutt, den die Tunnelbauer des Bahnprojekts in Stuttgart und auf den Fildern aus dem Untergrund bohren, soll der Steinbruch Wilhelmsglück aufgefüllt werden.

"Der Betreiber des Steinbruchs ist verpflichtet, ihn wieder aufzufüllen", erinnerte Bürgermeister Werner Dörr. Jeden Tag sollen zwei Züge den Aushub nach Wilhelmsglück fahren, damit die Satteldorfer Baufirma Leonhard Weiss ihn dort auf Lkws verladen und in den Steinbruch schaffen kann.

Dass die Gemeinde sicherheitshalber einen Rechtsanwalt engagiert, sei der "richtige Weg", sagte Gemeinderat Weissinger. "Wenn der Dreck kommt, dann ists zu spät." Denn beim immissionsrechtlichen Verfahren kann die Gemeinde kaum mitreden.

Einige Fragen zur geplanten Auffüllung des Steinbruchs seien noch offen, wie Bürgermeister Werner Dörr betonte. Wann kommen die Züge an? Wann werden Sie rangiert? Und wie viel Lärm entsteht dabei? Das macht den Anwohnern Sorgen. An einem hält die Gemeinde fest: Umgeladen werden darf nur zwischen 7 und 18 Uhr.

Doch wenn die Bahn davor und danach mit alten Waggons rangiere, "dann wird man in Michelbach nachts nicht mehr schlafen", warnt Weissinger. Es sei unzweifelhaft, dass die Schallgrenzwerte überschritten werden, glaubt Gemeinderat Matthias Maas. Und doch: Der Transport auf der Schiene sei ihm allemal lieber als jener auf der Straße.

Ein Schallemissionsgutachten des Tüv, das dem Genehmigungsantrag an das Landratsamt beiliegt, geht davon aus, dass die Grenzwerte um sechs Dezibel unterschritten werden. Dieses Gutachten wollen die Räte überprüfen lassen. "Ich denke, das sind wir unseren Bürgern schuldig", betonte Bürgermeister Dörr. "Wenn wir merken, dass gravierende Dinge nicht beachtet wurden, dann müssen wir den Weg eines Gegengutachtens gehen."

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