Versuchter Mord wird ab heute verhandelt

Was am Abend des 21. August 2012 in der Blaubacher Straße in Blaufelden geschehen ist, vergessen die Beteiligten wohl nie. Der dramatische Sachverhalt wird ab heute juristisch aufgearbeitet.

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Im Mittelpunkt des Prozesses, der heute am Landgericht Ellwangen beginnt, stehen ein Vater und sein minderjähriger Sohn aus Blaufelden. Beide sind angeklagt wegen versuchten Mordes und Freiheitsberaubung. An drei Tagen wollen die Richter auch mit Hilfe von 16 Zeugen herausfinden, was genau sich am 21. August 2012 in Blaufelden abgespielt hat. So viel steht schon jetzt fest: Es war an diesem Sommerabend hochdramatisch und letztendlich ein Glücksfall, dass es keine Schwerverletzten oder gar Toten gab.

Am 21. August des vergangenen Jahres gelang es einer damals 17-Jährigen, die elterliche Wohnung zu verlassen, in der sie zuvor mehr als eine Woche lang eingesperrt worden war. Die junge Frau traf sich mit ihrem Verlobten, einem Mann, der auf ihren Vater wie ein rotes Tuch wirkte. Der Vater und sein Sohn stellten das Paar in Blaufelden.

Während der Vater "in Tötungsabsicht", so die Anklage, mit seinem Auto auf den Verlobten (22) seiner Tochter zufuhr, soll der Sohn versucht haben, den Verlobten seiner Schwester vor das Auto zu stoßen. Diese Aktion wird von den Ermittlungsbehörden als Mordversuch von Vater und Sohn gewertet.

Wie durch ein Wunder wurde der Verlobte nicht überfahren. Doch dann war plötzlich der Vater des Verlobten, der sich in einem Auto in der Nähe aufhielt, in großer Gefahr. Der außer Rand und Band geratene Vater der jungen Frau schlug mit einem Zimmermannshammer auf das Auto ein. Als der Insasse in panischer Angst flüchtete, rannte der Angeklagte hinter ihm her.

Hinzukommenden Polizisten gelang es, dem Mann den Hammer zu entwinden. Während sie versuchten, sich ein Bild von der verworrenen Lage zu machen, konnte der Mann flüchten. Und so gerieten weitere Menschen in Gefahr, denn der Vater hatte sich immer noch nicht beruhigt, stieg in sein Auto und fuhr mit hoher Geschwindigkeit auf die Gruppe von Polizisten, die in der Blaubacher Straße stand, zu. Geistesgegenwärtig spritzten die Beamten auseinander, sodass wieder nichts passierte. Erst als ein Polizist seine Pistole auf den Mann hinterm Steuer richtete, kam dieser zur Besinnung und hielt an.

Der Mann war schon Monate zuvor kriminell geworden, als er versucht hatte, seine damals 17-jährige Tochter gegen ihren Willen in die Türkei zu verschleppen, um sie dort zur Heirat zu zwingen. Doch das gelang nicht, weil ihn die Behörden in Bulgarien ausfindig machen und stoppen konnten. Die junge Frau kam in ein Heim in Deutschland. Schließlich kehrte sie zu ihrer Familie in Blaufelden zurück.

Damit setzte sich die Spirale der Gewalt erneut in Gang. Nachdem sie tagelang eingesperrt war, gelang es ihr, am 21. August das elterliche Haus zu verlassen. Was dann in Blaufelden geschah, hätte fast zu Mord und Totschlag geführt.

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