Versteckt hinter einer Mauer

Etwas abseits im Bereich des ehemaligen Friedhofs um die Michelbacher Kirche steht das zylindrische Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs.

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    Das zylindrische Kriegerdenkmal in Michelbach. Foto: 
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Die eingravierten Namen sind noch recht gut lesbar. Der obere Teil des Ehrenmals ist teilweise dicht mit Flechten bewachsen, zwischen den Bodenplatten sprießt Gras und Unkraut. Vom letzten November sind noch zwei vertrocknete Kränze übrig.

Etwa die Hälfte der Männer, die im Ersten Weltkrieg gefallen oder vermisst sind, kennt die Michelbacherin Erna Zeh aus Erzählungen ihres Großvaters, ihrer Mutter oder der Nachbarschaft. An das Denkmal erinnert sie sich noch aus ihrer Kindheit. "So lang ich denken kann, gibt es das schon", sagt die alte Dame aus dem Jahrgang 1930. Es stimmt sie traurig, dass das Denkmal so versteckt liegt und von der Straße wegen einer Mauer nicht sichtbar ist. Vor etwa 15 Jahren, als die Mauer repariert werden musste, habe sich der damalige Bürgermeister Volker Schneider dafür eingesetzt, sie auf die Länge von ein paar Metern zu durchbrechen. Dann wäre der Blick auf das Denkmal frei gewesen. Doch leider habe das Amt für Denkmalpflege das abgelehnt. "Sehr schade", findet Erna Zeh.

Auf ihre Initiative geht der besondere Michelbacher Seniorennachmittag vom 12. Juni 2014 zurück. Ihr sei es ein Anliegen gewesen, an den Beginn des 1. Weltkriegs zu erinnern. Bürgermeister Werner Dörr und Organisatorin Käthe Damm hätten den Vorschlag gern aufgenommen, erzählt sie. Die Senioren versammelten sich am Denkmal, die Namen der Gefallenen wurden vorgelesen und ein Lied ihnen zu Ehren gesungen. Jetzt schmücken zwei Blumenschalen das Denkmal.

Beim Kaffeetrinken im Foyer der Rudolf-Then-Halle hätten einige alte Michelbacher Bürger von den Kriegserlebnissen in der Gemeinde erzählt. "Man darf den Krieg nicht vergessen und verharmlosen", warnt die Seniorin. Das sei ihr gerade durch die Geschehnisse in der Ukraine wieder bewusst geworden.

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