Verschließbare Tore im Palisadenwall Mainhardt: Archäologe hält Vortrag zu Durchgängen im Limes

Wie sind Personen in Zeiten der Römer auf die andere Seite des Limes gelangt? In Mainhardt hat der Aalener Archäologe Dr. Stephan Bender zu Durchgängen im Grenzwall einen Vortrag gehalten.

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Limes-Freunde aus dem Landkreis Hall kennen das kleine Römermuseum in der ehemaligen Kapelle in Mainhardt. Seit acht Jahren sind dort die Vortragsreihen ein Treffpunkt für Hobby-Historiker. Diesmal referierte Dr. Stephan Bender, Leiter des Limes-Informationszentrums in Aalen, aus seiner Forschung über die Limes-Bauweise und dessen Durchgänge.

"Der Limes war nie fertig, sondern eine ewige Baustelle, an der immer gearbeitet wurde. Er ist ein Konglomerat aus verschiedenen Baustilen der jeweiligen Zeitalter", erklärte Bender. "Weil es unterschiedliche Machthaber gab, habe das 550 Kilometer lange Bauwerk auch nicht überall gleich ausgesehen.

Wenngleich die Durchgänge für die Römer wichtige Kontrollpunkte gewesen seien, wissen die Historiker sehr wenig über ihre Architektur. Es gebe nur wenige Funde hierzu. "Aber im Vorfeld der Kastelle in Mainhardt und Murrhardt muss es welche gegeben haben", sagte Bender. Überreste starker Pfosten mit Zwischenräumen von zwei und fünf Metern geben Hinweise auf solche Durchgänge. "Die Personen gingen nicht einfach durch ein Loch in der Palisade oder der Mauer, sondern durch ein verschließbares Tor."

Die Forschung der Limesdurchgänge sei immer vernachlässigt worden, ebenso wie die Altstraßenforschung, ergänzte Limes-Cicerone Torsten Pasler. "Die Salzstraße zwischen Hall und Heilbronn, gebaut von den Kelten, hat den Limes gekreuzt, wir hatten hier also einen wichtigen Limes-Durchgang."

Pasler ist Museumswart in Mainhardt und im achten Jahr Organisator der Vortragsreihe. Wer hierzu nicht kommen kann, findet den Sachkundigen sonntags von 14 bis 16 Uhr im Römermuseum. "Es kommen immer Leute vorbei, ungefähr fünf im Schnitt", sagt Pasler, der auch Vorsitzender der insgesamt 80 Cicerones ist. Die Vorträge hätten einen festen Besucherstamm von knapp 20 Leuten, so Pasler.

Christine Geiger aus Öhringen gehört dazu: "Dass der Limes Dauerbaustelle war und die Durchgänge so große Bedeutung hatten, war mir vor dem Vortrag nicht so bewusst." Das Engagement zur Limesgeschichte in Mainhardt imponiere ihr, daher komme sie mit ihrem Mann gern ins Römermuseum.

Seit fünf Jahren ist Walter Fleisch aus Geddelsbach Gast bei den Vortragsreihen. "Ich fand Herrn Bender sehr interessant. Zuhause lese ich gern Bücher zum Limes. Ich finde das alles sehr spannend." Die Mainhardterin Gaby Grothe gehört nicht zum langjährigen Besucherstamm: "Ich war letztes Jahr beim Vortrag über römische Liebeslyrik. Mir gefällt der kleine Rahmen dieser Veranstaltungen sehr gut."

Info Neun Vorträge in der ehemaligen katholischen Kapelle von Mainhardt, Hauptstraße 6, sind noch geplant. Weitere Informationen unter Telefon (07903) 940256.

www.limes-cicerone.de

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