Verregneter Sommer als Rettung: Schrozberger Stadtwald hat sich doch noch gut entwickelt

Waldarbeit ist ein hartes Geschäft! Erst recht nach einem Jahr wie 2014, das als eines der wärmsten der Geschichte in die Annalen eingegangen ist. Dennoch hat sich der Schrozberger Stadtwald positiv entwickelt.

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Auch im Schrozberger Forstrevier wird mit Harvestern Holz geerntet. Der Einsatz dieser Maschinen ist zwar nicht unumstritten, doch größere Probleme als der Einschlag verursacht das Holzrücken, also der Abtransport.  Foto: 

Die Leiterin des Forstreviers Schrozberg, Waltraud Leinen, ist nicht nur für die knapp 90 Hektar Stadtwald zuständig, sie hat weitere 900 Hektar Staatswald und 1000 Hektar Kleinprivatwald unter ihren Fittichen. Eine gewaltige Aufgabe, hier den Überblick zu behalten und dringende Arbeiten zu veranlassen.

In Sachen Stadtwald ist sie guter Dinge. Schließlich habe sich die Situation im vergangenen Jahr letzten Endes wieder stabilisiert. "Nicht nur heiße, trockene Sommer", verriet die Fachfrau ihren Zuhörern am Dienstag im Gemeinderat, "vor allem auch ein milder Winter und ein warmes Frühjahr können dem Wald zu schaffen machen." So boten sich 2014 wärmeliebenden Insekten wie dem Eichenprachtkäfer ideale Bedingungen. Auf sein Konto gingen vermehrt frisch abgestorbene Eichen, die eingeschlagen werden mussten. Auch bei der Esche seien alle Altersstufen vom Triebsterben befallen. Aber, so ihr Fazit: "Der verregnete Sommer hat's letztlich gerettet."

Auf dem Holzmarkt seien nach wie vor dunkle Hölzer gefragt, allen voran Eiche. Der Bedarf konnte im letzten Winter nicht gedeckt werden, führte Leinen an. Die nächste Submission ist am 15. Februar auf dem Schrozberger Lagerplatz. Unbefriedigend sei der Preis von Buchenstammholz, stabil hohe Preise erzielten Nadelstammholz und Brennholz.

Der Schrozberger Waldhaushalt weist für 2014 ein Plus von 2400 Euro aus. Mit 420 Festmetern wurden 80 Festmeter mehr geschlagen als geplant. Als "Zukunftsinvestition" gilt laut Försterin die Jungbestandspflege. Auf drei Hektar in der Striet wurden 78 sogenannte Zukunftsbäume, überwiegend Eichen, auf fünf bis sechs Meter Länge stehend geastet. Die Arbeit erledigt mittlerweile ein Waldarbeiterteam mit Beschäftigten aus Blaufelden, Niederstetten, Creglingen und Schrozberg, das zudem für Weikersheim zuständig ist. "Inzwischen ist es schwierig, Auszubildende zu finden", ließ Waltraud Leinen wissen. 2014 sei sogar ein Ausbildungsplatz leer geblieben, sagte sie.

In diesem Jahr, so kündigte sie an, sollen 330 Festmeter in den Distrikten Herrnschlag, Walkberg und Striet eingeschlagen werden. Auf 1,8 Hektar am Murrenberg, am Könbronner Berg und im Zwerchholz werden weiterhin Kulturen gepflegt.

Hans-Joachim Feuchters Frage nach dem "Waldzustand" konnte die Revierförsterin nicht mit nur einem Schlagwort beantworten. Der Wald sei gut durchmischt, führte sie aus. Alle Baumarten wiesen zwar leichte Schwächen auf, seien aber weitgehend "in Ordnung". Auch die Versauerung sei weitgehend gestoppt. Heute sei es schwierig, die richtige Strategie zu finden, welche Baumarten angesichts der Klimaerwärmung an welchen Standorten zu bevorzugen seien, machte Waltraud Leinen klar. Fichten seien auf dem Rückzug, obwohl mit deren Holzverwertung noch Geld zu erzielen sei. Ein Problem sei dagegen der Insektenbefall - laut Leinen ebenfalls eine Folge der Klimaerwärmung.

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