Vereinswirt Hermann Weigel geht in den Ruhestand

Hermann Weigel ist im TSV Schrozberg eine Institution, die nicht wegzudenken ist. Jetzt, 73-jährig wird er in den wohlverdienten Vereinsruhestand verabschiedet.

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Über 60 Jahre für den TSV Schrozberg aktiv: Hermann Weigel (Mitte).  Foto: 

Seit es das Domizil des TSV Schrozberg gibt, zeichnete dort Hermann Weigel als Vereinswirt verantwortlich. Jetzt wurde er vom Verein in den Ruhestand verabschiedet – nach einem unermüdlichen Einsatz für den TSV Schrozberg.

Wohl kaum ein anderer hat dem TSV und hier ganz besonders den Fußballern über so viele Jahre die Treue gehalten. Er trug keine Kickstiefel und trotzdem ist Hermann Weigel (73) mit dem Fußball in Schrozberg ganz eng verbunden. Spätestens seit der Krailshausener seinen Führerschein hatte, war er an Wochenenden und unter der Woche Chauffeur für all jene Sportler, die des Fahrens noch nicht mächtig oder nicht im Besitz eines fahrbaren Untersatzes waren.

Bereits zu Zeiten des legendä­ren Jugendleiters „Poldi“ Strommer war Hermann Weigel Assistent, Betreuer und Fahrer für die Fußballjugend in Schrozberg. Im Jahre 1964 beerbte Hermann Weigel seinen Vorgänger als Jugendleiter und hatte dieses Amt stolze 22 Jahre inne.

Kein Fest beim TSV Schroz­berg ohne Hermann Weigel. Er war schon bei den Vorbereitungen an vorderster Stelle im Einsatz und erst recht bei den Festlichkeiten selbst. Der Bau des Vereinsheimes und der Bau des Stadiongebäudes sind eng mit seinem Namen verbunden.

Jacobifest, Maibaumfest, Weihnachtsmarkt – immer, wenn es beim TSV Schrozberg um Arbeit und die Organisation derselben ging, war Hermann Weigel nicht wegzudenken.Viele Jahre stand der Hauptverantwortliche für wirtschaftliche Aktivitäten in der Wurstbraterei beim Sportplatz. Seit 1995 ist er für die Bewirtung im Vereinsheim zuständig. Er war der Erste, der aufschloss und der Letzte, der ging und das Licht ausmachte. Er harrte geduldig aus, bis auch die letzten Stammtischler das Lokal verlassen hatten, und er behielt die Ruhe, wenn der Andrang an der Theke überhandnahm.

Zahllose Feiern gestemmt

Manchmal wünschte er sich mehr Unterstützung hinter dem Tresen, und doch war er keiner von denen, die sich lange über „unterlassene Hilfeleistung“ aufregten. Den Wurstsalat machte er schon mal selbst und bei größeren Feierlichkeiten oder sonntags zum Mittagessen half ihm sein bewährtes Küchenteam. So meisterten er und seine Mitstreiter viele Hochzeiten und Konfirmationen, Geburtstage und Klassentreffen, Kuhessen, Metzelsuppen und Silvesterpartys. Das Vereinsheim des TSV Schrozberg und Hermann Weigel boten Raum für freudige und traurige Anlässe: Trauergesellschaften und Faschingsfreude fanden dort gleichermaßen ihren Platz.

 Der Ruheständler ist wegen seiner besonderen Verdienste Ehrenmitglied im TSV Schrozberg und ganz nebenbei seit vielen Jahren Mitglied des Vereinsausschusses. Hier stand er mit Rat und Tat zur Seite, vor allem, wenn es um die Belange des Vereinsheimes ging.

Er war sozusagen Mädchen für alles. Gar mancher unzufriedene Fußballer hat sich schon zu später Stunde an der Theke oder am Stammtisch bei ihm ausgeheult. Hermann Weigel sah Trainer und Spieler kommen und gehen. Er beobachtete Jugendliche und ihre Entwicklung bis zu den Aktiven und darüber hinaus zu den Senioren.

Ein echter „Teamplayer“

Er wusste es meist, wenn besondere Talente heranreiften und er war stets bemüht, die Jungen heranzuziehen, zu unterstützen und sie im Verein zu halten. Er sorgte sich um seine Fußballer und den TSV Schrozberg. Uneigennützig stellte er sich und seine Arbeit ganz in den Dienst von anderen beziehungsweise der Allgemeinheit. Wenn einer in diesem Verein das Prädikat „Teamplayer“ verdient, dann ist es Hermann Weigel.

Jetzt geht er in den „Vereinsruhestand“. Hermann Weigel hat nahezu sechs Jahrzehnte Vereinsgeschichte mitgeschrieben. Er hinterlässt beim TSV Schrozberg Lücken, die kaum zu schließen sein werden.

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