Veranstaltung der Maschinenringe: Messe so wichtig wie Muswiese

"Auf dieser Messe muss man einfach gewesen sein", sagt Mariosa Trittner, "so wie auf der Muswiese auch", wird sie von Dieter Umbach unterstützt. Ein größeres Kompliment kann es für die Landmesse nicht geben.

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Auch die achte Auflage der Landmesse fand bei Ausstellern und Besuchern große Resonanz. Fotos: Wolfgang Rupp

Im Gegensatz zur Muswiese hat die Landmesse in der Arena Hohenlohe in Ilshofen wahrlich noch keine Tradition, fand sie am Wochenende doch erst zum achten Mal statt. Und trotzdem hatten die Verantwortlichen der Maschinenringe Crailsheim und Schwäbisch Hall das richtige Gespür, als sie die Veranstaltung gemeinsam auf die Beine stellten. Die Messe hat sich zu einem beliebten und wichtigen Treffpunkt der Landwirtschaft entwickelt und all derer, die sich mit ihr verbunden fühlen.

So sind insbesondere am Sonntag ganze Heerscharen von Familien unterwegs. Das Kleinkind schlummert im Kinderwagen, die angehenden Jungbauern begutachten die neuesten Maschinen, die Eltern tauschen sich mit ihren Berufskollegen und an einem der vielen Informationsstände aus, und Oma und Opa wundern sich, wir riesig groß die Schlepper doch geworden sind.

"Bei Höhe, Breite und Gewicht sind wir an einer Grenze angekommen", hatte Leonhard Ost am Vorabend bei der Mitgliederversammlung des Maschinenrings Crailsheim in der Arena festgestellt, "sonst dürfen wir damit nicht mehr auf die Straße." Was sich aber ständig weiterentwickeln werde, so der Präsident des Europäischen und des Bundesverbands der Maschinenringe, sei die Technik. Damit befassen sich auch schon die sechsjährige Sofia und ihr 13-jähriger Bruder Thomas Breuninger aus Haßfelden. Wie die Könige sitzen sie im "Cockpit" eines Fendt 718 Vario, "der 180 PS haben müsste", wie der Realschüler vermutet. "Natürlich" kann er dem Laien erklären, welche Funktionen der Joystick und die vielen "Knöpflich" haben und was das Display anzeigt. Und selbstverständlich kann er mit seinen 13 nicht nur Traktor fahren, sondern auch grubbern, pflügen und eggen, weshalb es auch auf der Hand liegt, dass er nur einen Berufswunsch hat: Landwirt.

Damit verdienen Mariosa und Karl Heinz Trittner aus Rappoltshofen sowie ihre Tischnachbarn Rosi und Dieter Umbach aus Kupferzell ihren Lebensunterhalt. Die einen betreiben Milchwirtschaft, die anderen haben sich auf Ferkelerzeugung spezialisiert. Was sie verbindet, ist nicht nur der gemeinsame Kuraufenthalt der Ehemänner, sondern auch der Besuch der Landmesse. "Das gehört einfach dazu", so Mariosa Trittner, "weil man sich in aller Ruhe über neue Maschinen und Techniken informieren kann", ergänzt ihr Mann Karlheinz, der 27 Jahre in der Vorstandschaft des Maschinenrings Schwäbisch Hall mitarbeitete. Und daneben werden natürlich auch Erfahrungen ausgetauscht, Fachgespräche geführt, über Pachtpreise und Biogas, Standortnachteile und Zukunftsfragen diskutiert, Kontakte gepflegt, neue hergestellt. "Oder wir unterhalten uns einfach nur über die Familie", sagen die beiden Paare übereinstimmend.

So hat sich die Landmesse nicht nur zu einem großen Informationsforum mit mehr als 70 Ausstellern entwickelt, sondern vor allem auch zu einem Ort der Begegnung. Immer wieder stehen Gruppen von Menschen beieinander, lassen sich von den Fachleuten die Funktionen des neuen Gerätes erläutern, erkundigen sich nach Leistung und Preisen.

Wie vielschichtig die Landwirtschaft ist, wird an den Ständen auf der Empore deutlich. Hier wird über Tierernährung und Steuern informiert, über Schweinezucht und Milchpreise, über Fotovoltaik und Windenergie, über Luft- und Klimatechnik, über Holzbau und Saatveredelung Das Besondere: Berater und Besucher lassen sich viel Zeit. Diese erneut gut besuchte Landmesse hat ihre überschaubare Größe, ihren ruhigen Charakter, und ihre wohltuende familiäre Atmosphäre bewahrt und ist damit zumindest ein Stück weit mit der Muswiese vergleichbar.

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