US-Soldaten tief beeindruckt

Hochrangige US-Soldaten statteten gestern der Erinnerungsstätte für die "Männer von Brettheim" einen Besuch ab - und waren tief beeindruckt vom Schicksal des Dorfes am Kriegsende 1945.

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Der Brettheimer Ortsvorsteher Reiner Groß, der Förderverein-Vorsitzende Norman Krauß und Friedrich Braun, als "Motor und Mentor" der Erinnerungsstätte im örtlichen Rathaus, informierten die 25 Mitarbeiter der US-Militärjustiz und aus anderen Dienststellen der US-Armee (unter ihnen vier Vorsitzende Richter, deren Dienstbezirk weit über Europa hinaus bis nach Kuwait und Afghanistan reicht) über dieses tragische Kapitel der Brettheimer Geschichte.

Die US-Armee spielte im April 1945 eine bedeutende Rolle für das Dorf in der Landwehr: Die Panzer und Geschütze der US-Truppen waren auf ihrem Vormarsch nach Crailsheim schon in Hörweite, als am 10. April 1945 die drei Brettheimer Friedrich Hanselmann, Leonhard Gackstatter und Leonhard Wolfmeyer auf Befehl des SS-Generals Max Simon an den Linden vor dem Friedhof erhängt wurden.

Nur sieben Tage später folgte die nächste Heimsuchung des Dorfes in der Landwehr: Die SS hatte Brettheim zu einem "Eckpfeiler der Verteidigung" erklärt - und provozierte damit ganz bewusst einen US-Luftangriff: Vier Kampfflugzeuge warfen am 17. April 1945 über 50 Brand- und Sprengbomben ab, um den sinnlosen Widerstand der deutschen Truppen zu brechen, die das Dorf tags darauf mit den letzten Resten ihrer Artillerie endgültig dem Erdboden gleichmachten.

Brettheim wurde bei diesen Kämpfen zu 85 Prozent zerstört, 17 weitere Einwohner, vom Kind bis zum Greis, verloren ihr Leben. Bereits am 19. April 1945 berichtete die US-Militärzeitung "Stars & Stripes" über die Ermordung der drei Brettheimer.

Die US-Delegation unter der Leitung von Oberst Reynold P. Masterton, der zusammen mit dem Würzburger Lehrer Friedrich Veit den Besuch in Brettheim angeregt hatte, zeigte sich vor allem von einem Dokumentarfilm tief beeindruckt: Unter der Regie von Thilo Pohle wurde dieser Streifen, den es seit 1995 auch in einer englischen Version gibt, von Rothenburger Realschülern gedreht - ein Film, "der auch schon bei der Ausbildung von deutschen Juristen zum Einsatz kam", wie Thilo Pohle gestern in Brettheim sagte.

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