Untermünkheimerin Magde Conrad-Schneider schreibt über ihre Erfahrung mit Krebs

"Krebs haben Patienten, ich doch nicht", lautet der Untertitel eines Buchs von Magde Conrad-Schneider. Die Krankenschwester hat über ihre eigene Krankheit geschrieben - lebensbejahend und mutmachend.

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Magde Conrad-Schneider sitzt an dem schönen Sekretär, an dem sie ihr Buch geschrieben hat. Foto: Marc Weigert

"Ende Januar erhielt ich einen schönen weißen Brief mit dem mir bekannten Emblem als Einladung zum Mammografie-Screening." So lautet einer der ersten Sätze im Buch von Magde Conrad-Schneider. Und genauso beginnt auch ihr gelbes Tagebuch, das zu schreiben sie zu dieser Zeit anfing, um ihre Angst und ihre Traurigkeit zu bewältigen.

Die 54-jährige Krankenschwester hat schon immer aufwendige Briefe geschrieben, aber die "Büchle" kamen erst mit der Krebserkrankung. Die Anregung, ein Buch draus zu machen, kam von einer ihrer Patientinnen. Sie litt auch an Krebs und wollte ein Buch schreiben. Aber ihr blieb keine Zeit, sie starb. "Machen Sie es für uns!", hat diese gesagt.

Wie so viele Menschen, die nach einer ernsten Krankheit ihr Leben überdenken, hat auch Magde Conrad-Schneider erkannt, dass es Zeit war, sich mehr um sich selbst zu kümmern. Das Leben ist endlich. Und was es mit uns vorhat, wissen wir nicht.

Nachdem sie auf 230 Seiten erzählt, wie sie die Tiefen, aber auch die darin verborgenen Höhen des Jahres 2012 erlebte, wagt sie einen Ausblick. Sie beschreibt in zwölf Szenarien, wie ihr Leben weitergehen könnte. Die meisten enden dramatisch: Magde fällt nach einer allergischen Reaktion auf Bienestiche ins Wachkoma, Magdes Mann Paulo stirbt und sie kann ihre Trauer kaum bewältigen. "Ich möchte die Leser damit provozieren. Was ist eigentlich wirklich schlimm? Welche Tragödie lässt uns reifen?", begründet sie diese Fantasien. Ihr ist aufgefallen, dass fast alle Menschen immer irgendeine Sorge haben. Das Leben bestehe eben aus Defekten. Bei ihr war es die Gesundheit. Sie hat ihre positive Energie nicht verloren. Trotz äußerer Sorgen innen glücklich zu sein, dazu möchte Magde Conrad-Schneider ermuntern.

Tatsächlich fällt vom ersten Satz des Buches auf, was für ein positiver Mensch diese Frau ist. So packt sie beispielsweise ihren Koffer für das Krankenhaus und freut sich, dass sie schöne, duftende Lotionen mitnimmt, um ihren kranken Körper zu verwöhnen.

Woher nimmt die Frau diese Lebensfreude? "Sie war immer schon so", sagt Magdes Freundin Renate Schmitz. "Sie hat eine innerliche Kraftquelle und ein großes Gottvertrauen." Die Freundin hat Blumen mitgebracht, Magde Conrad-Schneider lächelt herzlich. So lieben sie viele Menschen, die vermutlich bald ein neues Buch haben.

Info Magde Conrad-Schneider: "Vom Regen in die Traufe". Das Buch erscheint Mitte März im Südwestbuch-Verlag. Es kostet 12,80 Euro. Die Autorin stellt ihr Werk in Lesungen vor: Am Dienstag, 11. März, ab 20 Uhr im Gemeindehaus Untermünkheim, am Dienstag, 8. April, ab 18 Uhr im Mutterhaus des Diakoniewerks und am Mittwoch, 9. April, ab 19 Uhr in der Volkshochschule Hall.

Zur Person vom 4. März 2014
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