Unglücksstraße L1042: Das Maß ist voll

Jetzt erst recht, denkt sich derzeit die FDP-Fraktion im Kreistag: Nachdem auf der schadhaften Landesstraße 1042 wieder ein Unfall geschah, fordert sie von neuem die komplette Sperrung der Straße.

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Straße des Anstoßes: Die Straßenmeisterei des Kreises besserte die beschädigte Bankette der L1042 zwischen Hörlebach und Ilshofen aus.  Foto: 

Die Unglücksstraße zwischen Ilshofen und Hörlebach ist erneut in der Diskussion. Am Sonntag vor einer Woche war ein Lieferwagen aus einer Kurve geflogen und auf dem Dach gelandet. Fahrer und Beifahrer wurden leicht verletzt. Der Fahrer sei mit nicht angepasster Geschwindigkeit unterwegs gewesen, erklärt Polizeisprecher Hans-Ulrich Stuiber.

"Jetzt ist das Maß voll", sagt Stephen Brauer, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Kreistag. Seine Fraktion hatte im November schon einmal gefordert, die Straße zu sperren, weil eine Sanierung wohl noch auf sich warten lasse. Zuständig sei nicht der Kreistag - mit dieser Begründung hatte Landrat Gerhard Bauer seinerzeit den FDP-Antrag abgeschmettert. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung reiche aus.

Nach der Massenkarambolage auf der Autobahn 6

Diese war zuletzt sogar noch von Tempo 50 auf Tempo 30 abgesenkt worden, nachdem die L1042 nach einer Massenkarambolage auf der Autobahn 6 als Umleitungsstrecke diente - und danach vollends ramponiert war. Die Straßenmeisterei habe alle nötigen Sofortmaßnahmen, die bei der Straßenunterhaltung im Winter möglich sind, ergriffen, teilt das Landratsamt mit. So seien beispielsweise beschädigte Bankette verfüllt und Gefahrenbereiche abgesichert worden. Die Höchstgeschwindigkeit auf diesem Streckenabschnitt ist per Beschilderung auf 30 km/h begrenzt.

Stephen Brauer reicht das nicht. Die Bürger müssten sich nun fragen, "ob sie die Untätigkeit der Verwaltung länger ertragen müssen". Wenn die vom Landratsamt angeordneten Geschwindigkeitsbegrenzungen nicht ausreichen, dann "muss die Straße endlich saniert oder eben gesperrt werden". Warum dies lediglich an einem Formfehler bei seinem Antrag im Kreistag scheitern soll, kann Brauer nicht verstehen. Auch wenn der Kreistag sie nicht beschließen kann, so stehe es dem Landratsamt frei, die Sperrung einfach anzuordnen. Eine "Hinhaltetaktik" wittert er vor allem bei den Grünen, die zu Jahresbeginn angekündigt hatten, die Straße werde bald saniert. "Der angeblich so gute Draht der Grünen im Kreistag nach Stuttgart bewirkt offensichtlich nichts", glaubt Brauer. "Die Bürger hinzuhalten und sich im Kreistag mit immer neuen Radwegen zu beschäftigen löst dieses drängende Problem nicht."

Keine Sperrung

Auch nach Rücksprache mit der Polizei bestehe für eine Sperrung derzeit "kein akuter Handlungsbedarf", teilt derweil das Landratsamt mit. Die Verkehrssicherheit sei bei Einhaltung der vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern gewährleistet. Darüber hinaus werde die Strecke ständig beobachtet.

Hilft eine Sperrung, Unfälle zu vermeiden? "Ich halte das für nicht so schlau", reagiert der Grünen-Fraktionssprecher im Kreistag, Hans-Joachim Feuchter mit Unverständnis. Den Vorschlag der Liberalen bezeichnet er als "populistischen Quatsch". Eher sollten mehr Schilder aufgestellt werden, die Polizei sollte mehr kontrollieren. Man könne schließlich nicht jeden Menschen vor Gefahr schützen.

Feuchter hatte gemeinsam mit dem Bundestagsabgeordneten Harald Ebner im Stuttgarter Verkehrsministerium vorgesprochen. Staatssekretärin Gisela Splett habe seinerzeit eine schnelle Sanierung anstelle des ursprünglich geplanten Ausbaus in Aussicht gestellt. Die L1042, die den Ilshofenern auch als Autobahnzubringer dient, sei in eine Prioritätenliste aufgenommen worden. Am Sonntag soll sie Feuchter gegenüber angekündigt haben, dass das Sanierungsprogramm der Landesregierung am Mittwoch der Öffentlichkeit vorgestellt werde.

Dafür war am Montag vom Verkehrsministerium keine Bestätigung zu erhalten. Das Stuttgarter Regierungspräsidium weiß mehr: Die Sanierung der L1042 werde noch im März ausgeschrieben, versicherte der Sprecher Clemens Homoth-Kuhs. Baubeginn sei im Frühjahr, "allerdings nicht vor Mai".

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