Umbauen oder aufhören?

Seit Jahren unterliegen die Ferkelerzeuger einem Strukturwandel. "Rund drei Prozent hören im Landkreis jedes Jahr auf. 2012 waren es deutlich mehr", sagt Helmut Hessenauer vom Landwirtschaftsamt Ilshofen.

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  • Tierschutz in der Landwirtschaft: Landwirt Roland Färber aus Gaisdorf bei Übrigshausen füttert seine Ferkel im Stall. Immer mehr Schweinebauern im Landkreis müssen aufgeben, weil die Modernisierung zu teuer ist. Archivfoto: Marc Weigert 1/2
    Tierschutz in der Landwirtschaft: Landwirt Roland Färber aus Gaisdorf bei Übrigshausen füttert seine Ferkel im Stall. Immer mehr Schweinebauern im Landkreis müssen aufgeben, weil die Modernisierung zu teuer ist. Archivfoto: Marc Weigert
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Der Grund sind neue Vorschriften, die seit Januar gelten: Tragende Sauen müssen vier Wochen nach dem Decken bis eine Woche vor der Geburt der Ferkel in Gruppen und auf mehr Fläche als bisher gehalten werden. Für die meisten Sauenhalter heißt das: Umbauen und vergrößern oder aufhören. Etlichen Landwirten im Landkreis Schwäbisch Hall sind die nötigen Baumaßnahmen zu teuer. "Der Landwirt muss sich fragen, ob sich das lohnt oder nicht", so Amtsleiter Hessenauer. Einige ältere Landwirte ohne Nachfolger, die eigentlich erst in ein paar Jahren aufhören wollten, hätten sich unter den derzeit herrschenden Umständen schon jetzt dazu entschlossen.

Auf Walter Kurz aus Tüngental trifft das zu. Er hat im November mit der Sauenhaltung aufgehört. "Ich hätte einen komplett neuen Stall im Außenbereich bauen müssen, weil hier im Ort kein Platz mehr ist. Das hätte mitsamt Erschließung rund eine Million Euro gekostet", erzählt der 53-Jährige.

Ähnlich ist es im Betrieb von Thomas Gehring aus Ilshofen-Ruppertshofen. Die Eltern des 33-Jährigen haben sich bisher um die Zuchtsauen gekümmert. "Der Stall ist schon in die Jahre gekommen, ein Umbau hätte sich nicht gelohnt. Man weiß ja nicht, wie lang die Eltern noch mitarbeiten können", meint der Jungbauer, der sich auf Puten spezialisiert hat.

Die meisten Bauern, die ihren Stall an die neue Verordnung anpassen, würden gleichzeitig vergrößern. Das heißt: Mehr Fläche und mehr Tiere, um mit den höheren Einnahmen den Kredit für die Baumaßnahme abzuzahlen, weiß Hessenauer.

Markus Hetzel etwa hat von 100 auf 170 Sauen aufgestockt. Den alten Stall hat der 34-jährige Landwirt aus Schrozberg für die Ferkel umgebaut und einen neuen für die tragenden Sauen errichtet. "Wir haben da viel Eigenleistung reingesteckt", berichtet er. Knapp die Hälfte der Ferkel mästet er, die übrigen verkauft er. Bis in zwei, drei Jahren will er auch den Maststall umbauen, um dann alle Jungtiere selber zu mästen. "Immer mehr Landwirte steigen in den letzten Jahren auf die Kombination von Ferkelzucht und Mast um", hat Hessenauer festgestellt. Die Schweinemast sei weniger aufwendig als die Ferkelzucht und die Händlerspanne beim Ferkelverkauf ebenso wie die Wertschöpfung aus der Mast bleiben im Betrieb. Auch Richard Mücke aus Gerabronn mästet seine Ferkel selbst. Schon vor drei Jahren hat er einen neuen Wartestall für die tragenden Sauen gebaut, hat aber seinen Bestand an Muttersauen nicht vergrößert. 120000 Euro hat er dafür investiert. "Der Auslauf für die Sauen ist Luxus, mit dem ich nicht mehr als vorher verdiene", sagt er. Weil aber sein Sohn in ein paar Jahren den Hof übernimmt, hat er sich zum Umbau entschlossen.

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