Überraschung bei der Vergabe

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Diese Scheune auf der Westseite des Guts Ludwigsruhe soll künftig als Eventscheune dienen.  Foto: 

Das Abwasser des Guts Ludwigsruhe, dessen Hauptgebäude ein 1743 fertiggestelltes, barockes Schloss ist, werden bisher in einer Kleinkläranlage gereinigt. Nun fordert das Landratsamt Schwäbisch Hall den Anschluss an die Kläranlage im Jagsttal. Der Grund ist das Vorhaben der Eigentümer-Familie Schrödel, die das Gut unter anderem für Veranstaltungen nutzt, eine Scheune in einen Festsaal für 150 Gäste umzubauen. Nun wird nicht nur die Scheune an einen Abwasserkanal angeschlossen, sondern auch andere Gebäude.

Für den Anschluss ist neben einem Abwasserpumpwerk eine 1750 Meter lange Druckleitung notwendig, durch die das Abwasser zum Ortseingang von Atzenrod befördert wird. Dort wird dann die Verbindung mit der bestehenden Kanalisation hergestellt. Die Stadt lässt gleichzeitig von der Stromtrasse für den Windpark im Brüchlinger Wald bis Atzenrod ein 880 Meter langes Leerrohr für die Breitbandverkabelung verlegen.

Die Kosten für den Anschluss der Ludwigsruhe waren ursprünglich auf 185 000 Euro veranschlagt. Auf dieser Basis hatte das Land einen 80-prozentigen Zuschuss von rund 140 000 Euro bewilligt. Allerdings endete die Ausschreibung der Bauarbeiten mit einer bösen Überraschung: 257 000 Euro sollen die Arbeiten nun kosten, dazu kommen Kosten für das Leerrohr und den privaten Teil des Kanals – alles zusammen rund 300 000 Euro.

Mit einem Vorstoß beim Regierungspräsidium Stuttgart hatte Bürgermeister Wolfgang Class Erfolg. Die Behörde sagte mündlich zu, den Zuschuss auf 206 000 Euro aufzustocken, vorausgesetzt, die Stadt zieht ihren Antrag zurück und stellt umgehend einen neuen. Dann würde sich der Eigenanteil der Stadt auf 94 000 Euro belaufen.

Die Zusage des Regierungspräsidiums hat es dem Gemeinderat jetzt ermöglicht, die Bauarbeiten zu vergeben. Den Auftrag erhielt die Firma Steinbrenner aus Wiesenbach, die die Arbeiten für 274 000 Euro angeboten hatte. Der Beschluss des Gemeinderats, der bei einer Enthaltung (Stadträtin Regine Stroner) gefasst wurde, steht unter dem Vorbehalt, dass das Regierungspräsidium die vorzeitige Baufreigabe erteilt, dass also mit den Bauarbeiten begonnen werden kann, bevor der neue Zuschussbescheid im Rathaus eingegangen ist.

Die Kosten für den privaten Teil des Kanals werden den Grundeigentümern zuzüglich Architektenhonorar und Mehrwertsteuer in Rechnung gestellt. Außerdem werden sie für den Anschluss ihrer Gebäude an die Kläranlage zur Kasse gebeten. Der fällige Beitrag wird dabei nach der Nutzungsfläche berechnet. Und wenn die Anlage in Betrieb ist, sind natürlich Abwassergebühren zu bezahlen.

In den Gesamtkosten sind 20 000 Euro enthalten, die die Verlegung des Breitband-Leerrohrs kosten wird – ohne Architektenhonorar und Mehrwertsteuer. Diese Maßnahme ist Teil eines gemeinsamen Projekts der Städte Langenburg, Gerabronn und Ilshofen, die die Stromtrasse vom Windpark Brüchlinger Wald zum Umspannwerk in Obersteinach nutzen, um ein Leerrohr zu verlegen. Die Kosten dafür betragen rund 325 000 Euro, ein Zuschuss von 306 000 Euro ist bereits bewilligt. Die restlichen Kosten werden entsprechend den Anteilen an der Strecke auf die drei Kommunen verteilt.

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