Truhen zum runden Geburtstag

Das Rößler-Museum Untermünkheim feiert sein 30-jähriges Bestehen. Zum Festakt im Mai wird eine Sonderausstellung über Truhen vorbereitet. Rund 20 Vereinsmitglieder sind daran beteiligt.

|
Restaurator Volker Immel (links) mit seinem Mitarbeiter Oliver Rosemann bei der Vorbereitung zu restauratorischen Maßnahmen an einem sogenannten Brandschrank. Ein Brandschrank ist eigentlich ein Vorläufer des Schrankes. Ein solcher Schrank besteht aus drei übereinander angeordneten Truhen. Haben Truhen in der Regel einen Deckel, der nach oben zu öffnen ist, wird dieses Bauprinzip bei einem Brandschrank nicht aufrechterhalten: Die Truhen wurden an ihrer Vorderfront mit Türen versehen, um sie als Bewahrmöbel nutzen zu können. Foto: Karl-Heinz Wüstner

Wer heute durch das Ortszentrum in Untermünkheim flaniert, freut sich an dem schmucken Museumsareal. Der Lärm und die Unruhe von der Bundesstraße, die den Ort durchzieht, bleiben außen vor. Ist die moderne Ortsmitte von Stahl, Glas und Asphalt dominiert, ist der Platz am Museum geprägt durch das schmucke Fachwerkhaus mit bunten Blumenrabatten. Den Besucher beschleichen nostalgische Gefühle - Sehnsucht nach der sogenannten guten alten Zeit, die, wie man weiß, so gut gar nicht war. Gleichwohl wirkt das Museumsareal wie das Herz der Kochertalgemeinde.

Dass dieses Refugium zwischen Weinbrennerstraße und Hohenloher Straße heute diese Ausstrahlung hat, ist dem Kultur- und Förderverein Rößler-Museum zu verdanken. Und dem damaligen Bürgermeister Rudolf Hesselmeier sowie dem Gemeindearzt Dr. Schröder, erinnert sich Frieder Krumrein, Vorsitzender des Kultur- und Fördervereins. Anstoß für das Rößler-Museum gab die Gründung des Hohenloher Freilandmuseums im Jahr 1979. Dieses ging aus dem Schönenberger Heimatmuseum hervor. Es sollte in Untermünkheim etwas bleiben. Nachdem in Schönenberg auch Rößler-Möbel standen, lag es nahe, in Untermünkheim, dem Heimatdorf der Schreiner-Dynastie Rößler, ein Museum einzurichten. Als eine Haushälfte am jetzigen Museumsstandort frei wurde, griff die Gemeinde zu und das Kleinmuseum Rößlerhaus legte den Grundstein zum heutigen Museum. Dass das Gebäude nahe der Kilianskirche liegt, gab mit den Ausschlag, ist die Kirche doch von den Untermünkheimer Schreinerbrüdern Glessing unter Mitarbeit von Johann Heinrich Rößler bemalt worden. Die bemalten Emporen und die Altarwand belegen die Handwerkskunst der Untermünkheimer Schreiner.

1982 wurde der Kultur- und Förderverein gegründet, 1983 das Kleinmuseum, das dieses Jahr sein 30-jähriges Bestehen feiert. "Gewissermaßen sind das Freilandmuseum Wackershofen und das Rößler-Museum Zwillinge", räsoniert Karl-Heinz Wüstner, der sich als ehrenamtlicher Geschichtsforscher im Rößler-Museum einen Namen gemacht hat. "Wobei Wackershofen der große Bruder ist." Beide Museen sind nicht nur aus einem Mutterhaus hervorgegangen, sie haben zudem über die Jahrzehnte hinweg eng zusammengearbeitet - auch jetzt zur geplanten Sonderausstellung zum 30-jährigen Bestehen.

Eine gut 20-köpfige Gruppe bereitet derzeit das Jubiläumsfest vor. Es ist für Muttertagssonntag, 12. Mai, geplant. Die Gästeliste wird zusammengestellt, Festredner ausgewählt, die Bewirtung organisiert und die Sonderausstellung vorbereitet. "Truhen im Wandel der Zeit - Bewahrmöbel aus vier Jahrhunderten" lautet der Titel. Die Ausstellung wird aus den 52 museumseigenen Truhen bestückt sowie aus Leihgaben des Freilandmuseums. Die Vereinsmitglieder konzipieren die Ausstellung, legen fest, welche Möbel wo aufgestellt werden, damit die Besucher so durch das Museumsgebäude geführt werden, dass sich ihnen die Bedeutung und Entwicklung der Truhen erschließt.

Das Museum wird Truhen aus 400 Jahren vorstellen. Ergänzend dazu schreibt Karl-Heinz Wüstner den Ausstellungskatalog. "Truhen sind die ältesten Bewahrmöbel - lange vor den Schränken", erklärt er. Truhen gab es bereits im Altertum. Sie waren weit verbreitete Bewahrmöbel, wurden teilweise auch als Sitzmöbel genutzt.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Brand in Lackiererei in Ingersheim

Ein Feuerwehrmann ist beim Löschen des Brandes schwer verletzt worden. Sie ist bis auf die Grundmauern niedergebrannt. weiter lesen