Trachten, Tanz und Tradition

Große Freude bei der Schwäbisch Haller Landjugend. Sie ist die Gewinnerin des Agrarkulturpreises 2012, der von der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (BESH) erstmalig vergeben wurde.

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  • Die jungen Frauen und Männer der Landjugend Schwäbisch Hall proben in der alten Schule in Tüngental für den Auftritt bei der Grünen Woche in Berlin. Dort tanzten sie am vergangenen Wochenende. Foto: Weigert 1/2
    Die jungen Frauen und Männer der Landjugend Schwäbisch Hall proben in der alten Schule in Tüngental für den Auftritt bei der Grünen Woche in Berlin. Dort tanzten sie am vergangenen Wochenende. Foto: Weigert
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Vergangenen Donnerstagabend, 21 Uhr: In der Alten Schule in Tüngental proben einige Mitglieder der Haller Landjugend Volkstanz. Auf Einladung des Landesverbandes Württemberg-Baden reisten sie am letzten Wochenende nach Berlin, um dort die Region Hohenlohe auf der Grünen Woche zu vertreten.

Die Landjugend - das sind 150 junge Menschen zwischen 16 und 30 Jahren, die nicht zwangsläufig aus der Landwirtschaft stammen müssen. "Bei uns ist jeder willkommen, der für Traditionserhalt offen ist und der bei verschiedenen Aktionen andere Leute kennenlernen und dabei Spaß haben will", berichtet der frühere Vorsitzende Jonathan Werner, während die anderen tanzen. Er selbst muss wegen einer Verletzung pausieren, aber er lacht: "Ich hätte ja nie gedacht, dass ich überhaupt je tanzen würde."

Als sich der Verein 1950 aus mehreren kleinen Gruppen formierte, stand der Volkstanz im Mittelpunkt. Heimatliche Tänze, wie der Gailenkirchener Gäbbeleshupfer, die Haller Polka oder der beliebte Bändertanz, sollten nicht in Vergessenheit geraten. Erste Auftritte waren bei Erntedankfesten, zusammen mit der inzwischen traditionellen Übergabe der Erntekrone an den Landrat. 2011 reiste eine Delegation sogar nach Berlin zur Übergabe der Krone an den damaligen Bundespräsidenten Christian Wulff im Schloss Bellevue.

Noch heute stehen bei der Haller Landjugend jeden Donnerstag Volkstanzproben auf dem Programm, an der freilich nicht alle Mitglieder teilnehmen: "Da kommen immer so sechs bis sieben Paare."

Im Laufe der Jahre wurde das Programm erweitert und den jeweiligen Interessen angepasst. "Uns sind Innovationen und Veränderungen ebenso wichtig wie Traditionen", berichtet der Vorsitzende der Haller Landjugend, Christian Leu, während einer Tanzpause. "Bei den Gruppenabenden am Montag wird gekegelt oder Pizza gebacken, es werden Filme angeschaut oder man fährt Rad oder Go-Kart. Wir veranstalten Fußball- oder Volleyballturniere. Angeboten werden eine Skiausfahrt, ein Sommerausflug und eine Kutschfahrt zum 1. Mai."

Außerdem organisieren die aktiven Jugendlichen den Weihnachts- und den Ostertanz oder sie unterstützten Landwirte beim Tag des offenen Hofes.

Anna Kruttschnitt, neben Leu die erste Vorsitzende, kam durch Bekannte zur Landjugend. Die 21-Jährige berichtet, dass sie sich schon früh für Historisches interessierte und eine eifrige Besucherin des Freilandmuseums in Wackershofen war. "Zur Eröffnung des Kocherquartiers durfte ich dann zum ersten Mal diese Tracht tragen. Ich war so etwas von aufgeregt", lacht die Lehramtsstudentin. "Freunde denken oft, Volkstanz sei langweilig. Das stimmt nicht, es macht viel Spaß."

Die Bekanntgabe der Gewinner des ersten Agrarkulturpreises war ein Höhepunkt des 16. Kochfestivals am 27. Oktober im Haller Neubau-Saal. "Wir haben bei unserer Bewerbung gar nicht gedacht, dass wir gewinnen würden", freut sich Leu. In seiner Laudatio lobte BESH- Vorstandsvorsitzender Rudolf Bühler die Gesamtsieger für besondere Verdienste im Bereich nachhaltiger ländlicher Entwicklung.

"Das Preisgeld in Höhe von 3000 Euro wird zum Teil in unsere Trachten fließen, die müssen aufgearbeitet oder auch neu angeschafft werden. Außerdem soll es eine Aktion geben, von der alle Mitglieder profitieren", berichtet der 21-jährige Vorsitzende. Ein wichtiges Anliegen ist den Vorsitzenden, auch der VR-Bank zu danken. Vorstandsvorsitzender Eberhard Spies hatte den Preis spontan um weitere 2000 Euro aufgestockt und das tolle Engagement der Landjugend gelobt. Diese sagt von sich selbst: "Landjugend kann man nicht erklären, Landjugend muss man erleben."

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