Tour de Ländle: Turnhalle statt Zeltstadt

Die Tour de Ländle zieht am Dienstag von Crailsheim nach Aalen weiter. In Rechenberg bestaunen die Radler die Jugendherberge, kurz vor Matzenbach werden sie mit Musik und Applaus empfangen.

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Während der Tour de Ländle haben sich die Großsport- und die Kistenwiesenhalle zu riesigen Schlafsälen für die ermüdeten Radfahrer verwandelt. 500 Teilnehmer waren in den sogenannten "Gesamtunterkünften" untergebracht, verriet Marion Erös vom SWR. Dazu kamen nach Angaben des Veranstalters noch 300 Hotelgäste und 400 Personen, die in Zelten schliefen. Auch an der Kistenwiesenhalle entstand am Montag im Nu eine große Zeltstadt, die allerdings bald zur Geisterstadt wurde. Aufgrund des Dauerregens entschieden die Stadt Crailsheim und der Baubetriebshof aber kurzfristig, zusätzlich die Karlsberghalle für die Camper zu öffnen, was Erös lobte: "Fast alle Zelter haben dieses spontane Angebot angenommen, ein dickes Dankeschön an die Stadt."

Als kleiner Stöpsel Spalier gestanden

Nicht nur sportlich und landschaftlich hat die Tour ihre Reize. So besuchten am Montag nach Auskunft von Reinhold Fülle, der sich um das Kulturprogramm der Tour kümmert, 200 Radler die Orangerie in Kirchberg, trotz des matschigen Untergrunds. Etwa die Hälfte der Tourteilnehmer interessiere sich auch immer für die kulturellen Angebote, weiß der SWR-Moderator. In Rechenberg warfen die Radfahrer gestern einen Blick in die Jugendherberge, stellten viele Fragen und waren begeistert. Klaus Krauth aus Braunschweig erinnerte sich daran, dass er vor zwei Jahren während einer Tour zum Bodensee schon einmal in dem alten Schloss übernachtet hatte. Er freute sich, dass die Herberge nicht schließen muss, denn das wäre "sehr schade" gewesen. "Ich finde es total schön hier, die Leute sind sehr nett und das Essen ist gut." Auch Melanie Hofmann warf einen Blick in die Vergangenheit: Als kleiner Stöpsel, "vor etwa 20 Jahren", habe sie am Ortseingang von Rechenberg den aus Jagstzell kommenden Tour-de-Ländle-Radlern zugejubelt und sei Spalier gestanden.

Bürgermeister radeln mit

Kurz vor dem Ortsschild von Matzenbach empfingen gut 40 Bürger der Gemeinde Fichtenau die rund 1600 Teilnehmer der Tour de Ländle. Am Ende des Anstiegs von Rechenberg kommend spielte die von einigen Junggebliebenen unterstützte Jugendkapelle des Musikvereins Fichtenau auf, was die Radler teils zu spontanen Tanzeinlagen und kräftigem Mitklingeln veranlasste. Das herausgeputzte Ochsengespann von Friederike Langkammerer, "Sebbi Ochsenknecht" und "Diesel Jakob" schaute den vielen Drahteseln bisweilen verdutzt hinterher. Auch etliche Bürgermeister aus dem "Magischen Dreieck", darunter Lokalmatador Martin Piott, Crailsheims OB Rudolf Michl, Kreßbergs Robert Fischer und Stimpfachs Matthias Strobel, kämpften sich in speziell angefertigten Tour-Shirts ("Magische Bürgermeister") den Matzenbacher Hang empor.

Die Gunst der Stunde nutzten die "magischen" Schulzen zudem für etliche Gespräche von Rad zu Rad und rührten auch die touristische Werbetrommel.

Onolzheimer Landfrauen bieten am Karlsberg Essen für 700 Radler an

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