Thema Windenergie noch mit vielen offenen Fragen verbunden

Wo steht der Bau von Windrädern im Widerspruch zum Artenschutz, und wo können die Pläne ohne Konflikte umgesetzt werden? Diese Fragen sollen jetzt über weitere Untersuchungen geklärt werden.

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"Bisher sind weder Fakten geschaffen, noch gibt es Handlungsdruck", nahm Bürgermeister Jörg Schmidt in der jüngsten Sitzung des Frankenhardter Gemeinderats all denen Wind aus den Segeln, die das eventuell anders sehen.

Das Thema Windenergie sorgt in der Gemeinde Frankenhardt für mehr öffentliches Interesse, mehr Bedenken und Protest als in den meisten anderen Kommunen. Hier hat sich eine Interessengemeinschaft Uhlberg und Umgebung gegründet, die auch bei der Sitzung am Montagabend stark vertreten war. "Wir sind keine Windkraftgegner", erklärt die IG in einem an den Bürgermeister gerichteten Schreiben, "sondern treten lediglich für die Einhaltung eines 1000-Meter-Abstands zur Wohnbebauung unter Beachtung des Natur-und Artenschutzes ein."

Vor allem der letzte Punkt wird die Pläne der Verwaltungsgemeinschaft Crailsheim, zu der neben Frankenhardt die Gemeinden Stimpfach und Satteldorf sowie die Stadt Crailsheim gehören, um viele Monate verzögern. Zwar wurde bei der Aufstellung des gemeinsamen Teilflächennutzungsplanes Windenergie der Umfang der Artenschutzuntersuchungen mit dem Landratsamt in Schwäbisch Hall abgestimmt. Doch im Rahmen der Auslegung des Planes wurde von Bürgern die bisherige Vorgehensweise dieser Untersuchungen kritisiert. Um diese Kritik zu untermauern, wurden von Bürgern umfangreiche Tierbeobachtungslisten vorgelegt und längerfristige Beobachtungen beziehungsweise Begehungen der geplanten Konzentrationsflächen für Windräder gefordert.

Um artenschutzrechtliche Konflikte zu vermeiden, so die Verwaltung, seien deshalb weitere Untersuchungen von Tierarten notwendig. Weil diese laut Bürgermeister Jörg Schmidt bis voraussichtlich August laufen werden, wird sich auch die Aufstellung des Flächennutzungsplanes bis ins Jahr 2015 hinein verzögern.

Die Frage, wie es wohl danach weitergehen wird, kann auch der Frankenhardter Bürgermeister nicht beantworten. Unabhängig vom Artenschutz müsse abgewartet werden, inwieweit neue rechtliche Rahmenbedingungen Einfluss auf die Entwicklung der Windenergie nicht nur in der Region haben.

Die von der Interessengemeinschaft aufgeführten Punkte will Schmidt mit deren Vertretern in einem persönlichen Gespräch auf dem Rathaus erörtern. Dabei dürfte auch die Forderung der IG, einen Abstand von 1000 Metern einzuhalten, (wieder) ein Thema sein. Aber: "Aus Gründen der Rechtssicherheit und Gleichbehandlung aller Bürger hält es die Verwaltungsgemeinschaft Crailsheim nach wie vor für richtig, den Abstand von 700 Metern zu allen Siedlungsbereichen einzuhalten, also nicht nur zu den Wohngebieten, sondern auch zu den Mischgebieten und Splittersiedlungen, Wohnplätzen und Aussiedlerhöfen, die im Außenbereich liegen." So nachzulesen in der Sitzungsvorlage für die Gemeinderäte.

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