Temperamentvoll und virtuos

Gepflegte Abendunterhaltung mit Wiener Schmäh und Berliner Luft begeisterte das Publikum in der Frankschen Scheune. Stehende Ovationen gab es für die Salonkapelle "Sternenglanz" aus Crailsheim.

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Als Bürgermeister Roland Wurmthaler und seine Mitarbeiterin Damaris Kraft das erst vor einem halben Jahr entstandene Ensemble "Sternenglanz" für die Reihe Kultur im Rathausfoyer engagierten, wussten sie nicht, wie Salonmusik in Ilshofen ankommen würde.

Nun, der Rathaussaal blieb am Samstag leer. Statt dessen war die viel größere Franksche Scheune voll besetzt. Nachdem die Nachfrage nach Eintrittskarten nicht abreißen wollte, haben die beiden das Konzert kurzerhand nach Oberaspach verlegt. "Bei 220 haben wir aufgehört, Karten zu verkaufen", berichtet Damaris Kraft, "sonst hätte der Platz nicht gereicht."

Walzer, Polka und feurige Zigeunerweisen, das ist die Musik, nach der um die vorige Jahrhundertwende getanzt wurde. Von einem virtuosen Ensemble aus professionellen Musikern und versierten Amateuren temperamentvoll vorgetragen, wirkt diese Musikrichtung kein bisschen angestaubt. Die Zuhörer freuten sich über Walzerklänge von Johann Strauß, gern gehörte Melodien von Franz Lehar und Robert Stolz und ließen sich mit Potpourris aus Evergreens und Volksweisen auf eine beschwingte Reise entführen.

Jörg Baier, Cellist und Leiter der Formation, führte mit Anekdoten durchs Programm und stellte seine Ensemblemitglieder vor: An der Stehgeige Eckart Baier, der sich auch an der Moderation beteiligte. Außerdem: Daniela Mang (Violine obligato), Felix Kautter (Konzertakkordeon), Ali Raddatz (Klavier), Leona Rötzsch (Querflöte und Piccoloflöte), Bernhard Hubner (Klarinette und Tenorsaxophon), Florian Friedrich (Schlagzeug), Hannes Baier (Altsaxophon) und Jochen Zeuner (Kontrabass).

Das Sahnehäubchen setzte ein weiteres Mitglied der musikalischen Familie Baier dem exzellenten Konzert auf. Die Gesangsstudentin Amelie Baier interpretierte mit kraftvoller Altstimme Schlager der 20er und 30er Jahre und glänzte mit der unverschämt selbstbewussten Ausstrahlung der Frauen jener Zeit. Als der Radetzkymarsch von Vater Strauß erklang, standen die Zuhörer begeistert von ihren Sitzen auf und feierten die junge Salonkapelle bei ihrem dritten öffentlichen Konzert.

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