Tauziehen um die neue Klinik

Was bis vor wenigen Wochen eine unumstößliche Tatsache zu sein schien, ist inzwischen in Frage gestellt: der Neubau des Crailsheimer Klinikums. Gestern hat Landrat Bauer das Thema vertagt.

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Das Gelände für den Neubau des Crailsheimer Krankenhauses ist schon vor Wochen gerodet worden, doch jetzt werden die Widerstände gegen das 56-Millionen-Euro-Projekt immer größer. Foto: Andreas Harthan

Eigentlich war geplant, dass der Kreistag in seiner Sitzung am nächsten Dienstag die Freigabe zur Beauftragung der Genehmigungsplanung für den Klinikneubau erteilt, also den vorletzten Schritt vor Baubeginn macht. Doch dazu wird es nicht kommen, zumindest nicht nächste Woche. Am Freitag hat Landrat Gerhard Bauer den Kreisräten geschrieben, dass er diesen Punkt von der Tagesordnung genommen hat.

Zuvor hatte die Fraktion der Freien beantragt, dass die Entscheidung über die Genehmigungsplanung "bis zum Bekanntwerden der tatsächlich vom Sozialministerium geförderten Einheiten und den Umfang der Gesamtförderung zurückgestellt wird".

Der Landrat will nun Ende April über die Bauplanung beraten und entscheiden lassen. Nächster und letzter Schritt wäre dann die Entscheidung über den Bau des neuen Krankenhauses.

Ob dieser Schritt überhaupt noch getan wird, ist inzwischen fraglich, denn - zumindest hinter vorgehaltener Hand - immer mehr Kreisräte stellen das 56-Millionen-Euro-Projekt in Crailsheim, laut Freien-Fraktion "die größte Investition in der Geschichte des Landkreises", in Frage. Die Freien erinnern an das Gaildorfer Krankenhaus, das jetzt geschlossen wird, obwohl in den vergangenen Jahren "hohe Summen an Steuergeldern" investiert worden sind.

Das, schreiben die Freien-Kreisräte und Bürgermeister Klemens Izsak (Schrozberg), Kurt Wackler (Satteldorf) und Siegfried Trittner (Obersontheim), "darf uns in Crailsheim nicht passieren". Die Fraktion will vom Landrat erst einmal eine auf zehn Jahre angelegte "doppelte Zukunftsprognose", also eine mit optimistischer und einer pessimistischen Ausrichtung.

Dadurch verzögere sich die Vergabe der Genehmigungsplanung nur um zwei bis drei Monate, behaupten die Freien, und betonen: "Wir halten es für vertretbar, wenn der Baubeginn statt April erst Juni 2013 wäre".

Offiziell hat der Landrat mit dieser Haltung keine Probleme. Gestern schrieb Bauer den Kreisräten, mittlerweile sei nun auch bekannt, dass der Ministerrat am 17. April seine Grundsatzentscheidung über das Krankenhausbauprogramm des Landes trifft. Anschließend könne sich ja der Kreistag in einer Sondersitzung Ende April mit dem Thema Neubau befassen.

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