Taufe nur mit Tauber-Wasser

Kein Witz: Wer Fritz heißt, kann den Stolz auf diesen traditionsreichen Namen in einem ganz besonderen Verein pflegen - vor 25 Jahren wurde in Hengstfeld die "Fritzengesellschaft" aus der Taufe gehoben.

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Der "General-Fritz" in der Vereinsuniform: Seit dem Jahr 2002 steht Fritz Butz an der Spitze. Foto: Harald Zigan

Die Blütezeiten für den "Fritz" sind längst vorbei. Im 18. und 19. Jahrhundert stand der Vorname auf den Listen der deutschen Standesämter noch an vorderster Stelle - vor allem durch Preußen rollte zwischen den Jahren 1790 und 1830 eine riesige Friedrich-Welle. 40 Prozent aller männlichen Sprösslinge hörten damals auf diesen nicht minder inflationär vergebenen Monarchen-Namen.

Im 20. Jahrhundert ging es allerdings stetig bergab mit der Beliebtheit, der "Friedrich" und erst recht die "Friederike" gerieten spätestens nach dem Zweiten Weltkrieg ganz schnell auf die rote Liste der aussterbenden Vornamen.

In Hohenlohe überlebte allerdings aus familiären Traditionsgründen ein kleines Reservat für die letzten Mohikaner vom Stamme "Fritz". Das fiel im Jahr 1988 auch dem Fritz Unbehauen aus Wallhausen-Schainbach auf - und er versammelte flugs zehn "Kollegen" um sich, die in Hengstfeld eine "Fritzengesellschaft" gründeten.

Ohne Ausweis-Kontrolle kam in den ersten Jahren keiner in diesen exklusiven Klub. Später wurde die gestrenge Regel aber gelockert, weil "Original-Fritzen" immer seltener wurden. Aber auch die "Nicht-Fritzen" müssen sich dem rustikalen Aufnahmeritual unterziehen: Sie werden mit Tauber-Wasser aus der Quelle bei Weikersholz und einer Klobürste getauft und erhalten zur Unterscheidung noch einen ganz speziellen Namenszusatz. Beim "BMW-Fritz" oder beim "Schnitzel-Fritz" erschließt sich die Bedeutung ganz schnell, beim "Latrinen-Fritz" muss man aber schon wissen, dass er viele Jahre bei einer einschlägigen Entsorgungsfirma gearbeitet hat. . .

Als "General-Fritz" steht seit dem Jahr 2002 Fritz Butz (42) aus Beuerlbach an der Spitze der Gesellschaft. Keine Frage, dass mit seinem Sohn die Namenstradition in der Familie fortgesetzt wird - mittlerweile schon in der fünften Generation.

Derzeit pflegen 65 Mitglieder (darunter rund ein Drittel Frauen) die Geselligkeit bei Stammtischen und Festen, sie sind bei Ausflügen gemeinsam auf Achse und treffen sich ab und an auch mit den "Kollegen" aus den "Fritzengesellschaften" in Gaildorf (bereits anno 1866 gegründet!) und aus Ingelfingen im Hohenlohekreis - und lassen stets alle "Fritzen" hochleben. . .

Info Bei der Hauptversammlung der "Fritzengesellschaft Hengstfeld" am heutigen Samstag um 19.30 Uhr in der "Krone" in Leitsweiler wird das Jubiläum gebührend gefeiert.

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