Taubenmarkt in Wiesenbach hat nicht nur Kleintiere zu bieten

Was ursprünglich als Leistungsschau der Kleintierzüchter Blaufelden begann, hat sich zu einer Leistungsschau eines ganzen Dorfes gemausert. Zum 69. Taubenmarkt zieht das Dorf Wiesenbach positive Bilanz.

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  • Flieg Taube, flieg: Besitzer Willi Ströbel (links) lässt zur Eröffnung eine starten, Ortsvorsteher Manfred Glemser zeigt sich eher bodenständig. Fotos: Julia Vogelmann 1/2
    Flieg Taube, flieg: Besitzer Willi Ströbel (links) lässt zur Eröffnung eine starten, Ortsvorsteher Manfred Glemser zeigt sich eher bodenständig. Fotos: Julia Vogelmann
  • Die kleine Ausstellung bildet den Auftakt eines "Regionalfeiertagslangwochenendes mit angehängtem Montag". 2/2
    Die kleine Ausstellung bildet den Auftakt eines "Regionalfeiertagslangwochenendes mit angehängtem Montag".
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Zugegeben, viele Tauben gibt es auf dem Taubenmarkt nicht. Lediglich zur Eröffnung am Samstag bauen die Kleintierzüchter zwischen Feuerwehrmagazin und Autohaus ein paar wenige Käfige mit Kaninchen, Hühnern und Tauben auf. Dennoch ist diese kleine Ausstellung, die den Auftakt eines ganzen "Regionalfeiertagslangwochenendes mit angehängtem Montag" bildet, wie es Ortsvorsteher Manfred Glemser in seiner kurzen Ansprache bezeichnet, gut besucht.

"Manche Gäste von auswärts kommen am Samstagnachmittag und suchen die 800 Tauben, doch zu Mittag bauen wir schon ab", sagt Rainer Bauer vom Verein der Kleintierzüchter und lacht. Er und seine Kollegen halten die Tradition aufrecht, dass es in Wiesenbach nicht nur Gewerbeschau und Bewirtung gibt, sondern eben auch Kleintiere. "Ohne die Initiative der Gemeinde, des Ortschaftsrates und des Ortsvorstehers, wenn die nicht so umtriebig wären, dann wäre hier schon lange gar nichts mehr", so Bauer. Und dass da etwas ist, fasst Ortsvorsteher Glemser in seiner kurzen Jahresbilanz launig zusammen: In Wiesenbach wird geheiratet und gebaut, die Wirtschaft und das Vereinsleben sind lebendig, die Kirche neu renoviert und der Ortschaftsrat verjüngt. Jeder, der sich für den Ort engagiert, jeder Verein, jede Gruppe wird kurz erwähnt und gelobt. Es wird applaudiert, man kennt sich, man merkt, heute sind die Wiesenbacher noch fast unter sich.

Ein Jahr vor der 70. Auflage zeugt ein doppelseitiger Flyer vom Engagement des kleinen Ortes. Die Liste der Inserate ortsansässiger Firmen ist ebenso lang wie die der Aktivitäten am Taubenmarktwochenende. Vom Auftritt der Mouschdpiloten über Garagenflohmarkt, verkaufsoffenen Sonntag und Bilderausstellung bis hin zu Vorträgen des Bauernverbandes - Attraktionen gibt es en masse. "Wer den Versuch unternimmt, alles oder auch nur nahezu alles zu schauen, zu erleben, zu schmecken, zu erkunden, sich auszutauschen, einzukaufen und zu erfahren, muss zur Kenntnis nehmen, dass nur wer früher kommt und später geht, fast alles auf dem Taubenmarkt zu Wiesenbach erlebt!", verspricht Glemser.

Wer früher kam, der hatte natürlich auch die Gelegenheit, mit den Kleintierzüchtern ins Geschäft zu kommen. Jasmin Pfaff aus Hegenau erstand bei Rainer Bauer einen stolzen Hahn. "Unser Hahn hat das Zeitliche gesegnet, und wir brauchen einen neuen", erzählt die junge Frau. Schnell ist man sich einig über den Preis, und per Handschlag wird das Geschäft besiegelt. Der Wyandotten-Hahn wechselt den Besitzer und erhält auch gleich einen Namen: Hannes heißt er fortan und wird über 18 Hennen wachen. "Das wird ein glücklicher Hahn", verspricht die Käuferin, ehe sie ihn nach Hause bringt.

Heute, am "angehängten Montag", lassen die Wiesenbacher ihren Taubenmarkt langsam ausklingen. Mit Kaffee und Kuchen, einem Vortrag des Bauernverbandes, einem Clown im Karton und schließlich mit dem Taubenessen am Abend. Die beiden Brieftauben, die den Markt mit ihrem Flug eröffneten, sind sicher schon längst wieder daheim in ihrem Schlag und warten auf den 70. Taubenmarkt im nächsten Jahr.

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