Syke liebäugelt mit der Kocherstadt

Werden die Haller Stadtwerke bald auch im hohen Norden aktiv? Der städtische Energieversorger ist als Partner von Syke im Gespräch. Die Stadt vor den Toren Bremens plant die Gründung eigener Stadtwerke.

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"Wir haben uns nicht beworben", sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Johannes van Bergen vielsagend. Dennoch ist der Kontakt zwischen Schwäbisch Hall und der 25000-Einwohner-Stadt in Niedersachsen innig. Ende November hielt van Bergen im voll besetzten Sykener Ratssaal einen Vortrag zum Thema Stadtwerke-Gründung. Bürgermeister Harald Behrens wiederum gratulierte van Bergen via Homepage zur Auszeichnung als Energiemanager des Jahres: "Meine herzlichen Glückwünsche aus Niedersachsen ins Schwabenland."

Zustande gekommen ist der Kontakt zwischen Hall und Syke über Behrens Bruder - er lebt in Hall und hat vom Konzept der örtlichen Stadtwerke berichtet, Kommunen bei der Neu- oder Wiedergründung eines kommunalen Energieunternehmens beratend und über Beteiligungen zur Seite zu stehen.

Syke will eigene Stadtwerke gründen: Das ist das Credo des FDP-Bürgermeisters Behrens. Und auch der Gemeinderat der Stadt hat der Verwaltung in seiner Dezember-Sitzung mit 21:12-Stimmen eindeutig den Auftrag erteilt, "Handlungsoptionen einer Stadtwerksgründung zu eruieren". Dabei soll, so Behrens gegenüber dem Weser-Kurier, "ein kommunaler Partner mit ins Boot", der sich mit 49 Prozent an dem neuen Unternehmen beteiligt. Syke selbst will mit 51 Prozent einsteigen. Dass Schwäbisch Hall ein potenzieller Partner ist, hat Behrens gegenüber der örtlichen Tageszeitung bestätigt: "Sie kennen sich mit Städten unserer Größe aus, das ist ihr Marktsegment. Und sie sind interessiert." Auch klimatisch stimmt es, so der Bürgermeister: "Wir mögen uns."

Das Beteiligungsmodell klingt wie maßgeschneidert für die Stadtwerke: In Olching und Bad Neuenahr zum Beispiel hält Hall je 49 Prozent der Gesellschaften, in Mainhardt/Wüstenrot und Michelfeld je 47,6 Prozent. Möglich wird die Rekommunalisierung in Syke, weil die Versorgungsverträge mit "E.on" (Elektrizität) und "Ewe" (Gas) auslaufen. Beide Netze wollen die Sykener in kommunales Eigentum überführen und vermehrt auf die eigene Erzeugung von Energie - zum Beispiel über Wind- und Sonnenkraft oder den Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplung - setzen. Zu den Aufgaben des neuen Unternehmens sollen auch der Vertrieb, Betrieb der städtischen Bäder und die Unterhaltung der Straßenbeleuchtung dienen.

Bis es allerdings so weit ist, gehen noch einige Monate ins Land. "Das Ausschreibungsverfahren ist noch gar nicht gelaufen", sagt Halls Stadtwerke-Chef Johannes van Bergen. Außerdem, so Bürgermeister Harald Behrens in einem Zeitungsbericht, liegen in Syke noch weitere Kooperationsangebote vor. Von Schwäbisch Hall aber ist nicht nur Behrens und derzeit wohl auch eine Gemeinderats-Mehrheit überzeugt: Die Kreiszeitung Diepholz urteilte über Stadtwerke-Chef Johannes van Bergen nach dessen Vortrag: "Eloquent, kompetent, offensiv und offen" - ein Mann, so Redakteur Detlef Voges, der auch "einem Eskimo einen Kühlschrank" verkaufen könne.

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