Straße arg ramponiert: Tempo 30 bleibt eine Weile

Die Verbindungsstraße zwischen Hörlebach und Ilshofen ist in desolatem Zustand und darf seit der Vollsperrung der Autobahn nur mit einer Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern befahren werden.

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Der Klügere gibt nach - oder die schlechte Straßendecke: Der Schwerlastverkehr hat der Straße zwischen Ilshofen und Hörlebach den Rest gegeben. Privatfoto

"Die L 1042 - das ist doch die Straße, die so kaputt ist", fragt die Mitarbeiterin des Crailsheimer Straßenbauamts. Ihr ist die Erleichterung anzumerken, dass diese Straße nicht in ihr Gebiet gehört. Auch der Blaufeldener Kollege kennt die Straße genau. Aber: "Die L 1042 gehört nicht zu mir." In der Straßenmeisterei in Sulzdorf schließlich sitzt Straßenmeister Markus Kunz und kennt die L 1042 nur zu gut: "Ich war wohl der Erste, der die Straße danach gesehen hat." Mit "danach" meint er "nach der Vollsperrung der Autobahn".

Denn als nach der schlimmen Massenkarambolage unlängst der komplette Autobahnverkehr auf die Straßen rund um Ilshofen ausweichen musste, fuhren die dicken Schwertransporter auch auf der kleinen, romantisch geschlängelten L 1042. "Es war der komplette Autobahnverkehr. Das hält keine unserer kleinen Landes- oder Kreisstraßen aus", weiß Straßenmeister Markus Kunz.

Und tatsächlich: Die Straße zwischen Hörlebach und Ilshofen sieht jetzt so schlimm aus, dass der Ilshofener Gemeinderat Klaus Fischer aus Obersteinach Alarm schlägt: "Die Straße geht in den Graben, und zwar im Wortsinn." Die Straßenränder sind völlig abgefahren, die Seitenanlagen vermatscht und nach unten gedrückt.

Die Straßenmeisterei habe gleich am Morgen nach dem Stau "geeignete Maßnahmen" ergriffen, erklärt Straßenmeister Kunz. Das waren in diesem Fall Warnbarken und eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer. "Allerdings hat diese Geschwindigkeitsbegrenzung nichts mit der bereits bestehenden zu tun", betont er. Denn der Belag der Straße war bereits vorher so glatt und abgefahren, dass die Straße nur mit Tempo 50 befahren werden durfte. Auf der Strecke kommt es deshalb immer wieder zu Unfällen, im vorigen Jahr sogar zu einem tödlichen.

Selbst der SPD-Landtagsabgeordnete Nik Sakellariou muss nicht lange überlegen, als er von den neuen Straßenschäden hört. Auch er kennt die L 1042 genau. Vor der Landtagswahl hat er sie sich sogar angesehen: "Auf der nach unten offenen Skala ist die L 1042 die schlechteste Straße im weiten Umkreis", weiß auch er. Sie müsse dringend gerichtet werden, fordert er und verweist auf Gelder, die das Verkehrsministerium freigegeben habe. "Ich plädiere dafür, nur den Belag zu erneuern. Wenn die Straße komplett saniert werden sollte, rutscht sie wieder nach hinten."

Eine Reparatur statt einer Sanierung - die Leute, die die Straße regelmäßig befahren müssen, wird das nicht glücklich machen, meint Gemeinderat Fischer. Um die Möglichkeit einer ordentlichen Sanierung zu schaffen, kümmert sich der Ilshofener Bürgermeister Roland Wurmthaler derzeit auch um die Straße - obgleich die Gemeinde mit dieser Landesstraße eigentlich nichts zu tun hätte. Denn um die Straße besser befahrbar zu machen, sollten nämlich die scharfen Kurven etwas "entschärft" werden, wenn denn ein neuer Belag auf die Fahrbahn kommt. Dazu sind Grundstücksverhandlungen nötig, die Wurmthaler führt. Und die dauern nun schon ziemlich lang.

Bis sie vollends unter Dach und Fach sind - und bis dann überhaupt beschlossen wird, was mit der Straße weiter passiert -, wird es also noch einige Zeit dauern. Und bis dahin wird die Geschwindigkeitsbegrenzung wohl bleiben. "Das wird derzeit noch geprüft", bestätigt Petra Moser vom Landratsamt. "Es hängt halt davon ab, wie es mit der Straße weitergeht."

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