Strafprozess: Verkauf des Windparks an ENBW gescheitert

Eine Hoffnung hat sich zerschlagen: Mike Rico Trentzsch, in Paderborn vor Gericht stehender mutmaßlicher Millionenbetrüger, kann nicht von einem Verkauf des Wittenweiler Windparkprojekts profitieren.

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Zum zweiten Mal war die Rechtsanwältin Sandra Bitter vor das Landgerichts als Zeugin geladen worden - diesmal auf Antrag von Trentzschs Verteidigung in der Hoffnung, sie könne Positives über den Fortgang der Verhandlungen mit der ENBW berichten und somit auch eine Perspektive bieten zur Entschädigung der zahlreichen Anleger, die der 43-Jährige geprellt haben soll.

Stattdessen musste die Insolvenzverwalterin berichten, dass nur wenige Stunden zuvor die Verhandlungen mit der ENBW endgültig geplatzt seien. Von fünf Grundstückseigentümern seien nur vier bereit gewesen, neue Nutzungsverträge für die Standorte der Windkraftanlagen zu unterschreiben, weshalb die ENBW vom Kaufangebot zurückgetreten sei. Ohne Verkauf sei auch die Höhe der Entschädigungen für die Gläubiger noch nicht zu beziffern. Problematisch sei hier allerdings auch die Klärung, welche von den zahlreichen Firmen Trentzschs Projektrechte rechtswirksam erworben und weiter veräußert hätten - es würden gegebenenfalls derzeitige Inhaber von Rechten als Gläubiger zusätzlich eingesetzt werden müssen, wenn die Übertragung von Rechten an den Windkraftanlagen gegen Zahlung oder als Gegenleistung für frühere Zahlungen unwirksam sei.

Wie Sandra Bitter betonte, werde sie demnächst das Insolvenzverfahren gegen die sogenannte Obergesellschaft, die Windpark Blaufelden GmbH & Co. KG, eröffnen, für die einzelnen Windkraftanlagen müsse zuvor jedoch noch der tatsächliche Stand der Rechteinhaber geprüft werden. Die Ladung zusätzlicher Zeugen durch die Verteidigung veranlasste Oberstaatsanwalt Ralf Günther zu einer Stellungnahme. Die Staatsanwaltschaft werde nach dem Urteilsspruch prüfen, ob weitere Verfahren gegen Trentzsch wiederaufgenommen werden sollten, die er vorläufig eingestellt habe, um das Verfahren nicht unnötig in die Länge zu ziehen. Es handele sich dabei um weitere potenziell Geschädigte mit Anlagebeträgen unter einem bestimmten Betrag oder mit einer deutlich längeren Laufzeit.

Das Urteil in dem seit vergangenem November laufenden Prozess soll am 10. Juli gesprochen werden.

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