Stimpfacher Gemeinderat: Sitzung unter freiem Himmel - Kredit für Schlepperkauf

Investition trotz leerer Kasse: Die Gemeinde Stimpfach kauft kurzfristig einen neuen Gemeindeschlepper. Dafür nimmt sie einen Kredit auf, denn im Haushalt ist diese Ausgabe nicht vorgesehen.

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Bürgermeister Matthias Strobel (links) diskutiert mit Gemeinderäten und Bauhofmitarbeitern vor interessierten Zuhörern die Anschaffung eines neuen Kommunalschleppers. Foto: Christine Hofmann

Bürgermeister Matthias Strobel begrüßte die Mandatsträger und Zuhörer der öffentlichen Gemeinderatssitzung am Montagabend unter freiem Himmel. Der erste Tagesordnungspunkt fand auf dem Bauhof statt. Dort stand der derzeitige Traktor der Gemeinde, der sich schon kurze Zeit nach seiner Anschaffung vor zwölf Jahren als reparaturanfällig entpuppt hatte, neben zwei neuwertigen, modernen Fahrzeugen der Firmen Claas und Deutz. Im Angesicht dieses Fuhrparks erläuterte Matthias Strobel die Vorgeschichte, die zum Ortstermin auf dem Bauhof führte.

Seit 2011 hat der Schlepper, der vor allem für den Winterdienst und als Transportfahrzeug genutzt wird, Reparaturkosten von rund 20.000 Euro verursacht. Zuletzt stand der Steyer wieder mit Getriebeproblemen in der Werkstatt. Eine weitere Rechnung über 9000 Euro war zu erwarten. "Wir sollten über einen Tausch nachdenken, damit wir dieses Montagsfahrzeug loswerden", hatte der Bürgermeister bereits in der vorvergangenen Gemeinderatssitzung vorgeschlagen.

In der Zwischenzeit konnten die Bauhofmitarbeiter die beiden neuen Schlepper für einige Tage testen. Bernd Eckert berichtete den Gemeinderäten von den Erfahrungen im praktischen Einsatz. "Der Class ist angenehmer zu bedienen, der Deutz ist wendiger und bietet einen besseren Überblick", urteilte der Bauhofvorarbeiter und sprach sich für das leuchtend grüne Deutz-Modell aus. Diesem Vorschlag schlossen sich die Gemeinderäte mehrheitlich an.

60.000 Euro für den Schlepper

Laut Angebot übernimmt die Firma Anton Berger Landmaschinen GmbH & Co. KG aus Rechenberg den alten Schlepper der Gemeinde und verrechnet ihn mit dem Kaufpreis. Dieser liegt anschließend bei 60.000 Euro - eine Summe, die der aktuelle Haushalt nicht bereithält.

Zur Finanzierung des neuen Fahrzeugs stellte Hauptamtsleiter Wilhelm Hanselmann verschiedene Modelle vor. Die Vor- und Nachteile von Leasing, Mietkauf und der Aufnahme eines Darlehen wurden diskutiert. Überzeugend fanden die Gemeinderäte letztlich die Variante der Kreditaufnahme. "Bei diesen historisch tiefen Zinssätzen spricht einiges dafür, ein Darlehen aufzunehmen", stimmte der Kämmerer zu.

Unter dem Strich, so die Überzeugung der Gemeinderäte, habe es wohl mehr Sinn, Geld für den Kauf eines neuen Fahrzeugs auszugeben, als Jahr für Jahr Reparaturrechnungen für ein älteres Modell zu bezahlen. Anton Gräter konnte dies sogar in Zahlen ausdrücken. "Pro Betriebsstunde zahlen wir derzeit 16,30 Euro für Reparaturen. Das muss man sich mal klarmachen", so der Gemeinderat.

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