Stellungnahme: "Whitesell Germany arbeitet auf solider Finanzbasis"

Der Kurs des US-Konzerns Whitesell sorgt nicht nur in Schrozberg für Dissonanzen und heftige Reaktionen. Jetzt hat die Geschäftsführung mit einer Stellungnahme auf die aktuellen Entwicklungen reagiert.

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  • Neil Whitesell, Inhaber und CEO der US-amerikanischen Whitesell Group. Archivfoto 1/2
    Neil Whitesell, Inhaber und CEO der US-amerikanischen Whitesell Group. Archivfoto Foto: 
  • Drohende dunkle Wolken, die sich im Whitesell-Firmenschild spiegeln, oder doch ein Hoffnungsschimmer? Derzeit scheint die Lage beim Schrozberger Automobilzulieferer jedenfalls mehr als nur leicht angespannt zu sein. 2/2
    Drohende dunkle Wolken, die sich im Whitesell-Firmenschild spiegeln, oder doch ein Hoffnungsschimmer? Derzeit scheint die Lage beim Schrozberger Automobilzulieferer jedenfalls mehr als nur leicht angespannt zu sein. Foto: 
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Mehrfach hat das Hohenloher Tagblatt seit der Übernahme der insolventen Ruia Global Fasteners AG zu Jahresbeginn durch Whitesell Germany über die internen Macht- und Richtungskämpfe zwischen Geschäftsführung, Belegschaft und IG Metall berichtet. Vor 14 Tagen hatten die Mitarbeiter bei einer Demonstration in Schrozberg ihrem Unmut über den befürchteten Personalabbau Luft gemacht. Zeitgleich waren auch die Beschäftigten weiterer Whitesell-Werke in Deutschland auf die Straße gegangen.

Jetzt liegt Presseerklärung vor

 Bei der Berichterstattung über die turbulente Lage  im Whitesell-Werk Schrozberg hatte sich das HT mehrfach - vergeblich - um Stellungnahmen der Geschäftsführung bemüht. Jetzt liegt dem HT eine Presseerklärung des Konzerns vor, die im Folgenden unkommentiert und im Original-Wortlaut wiedergegeben wird:

"Whitesell Germany GmbH & Co. KG hat im Dezember 2013 bestimmte Assets (Anm. d. Red.: Anlagevermögen) der Ruia Global Fasteners AG übernommen. Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung und anderer Unterstellungen arbeitet das Unternehmen auf einer soliden finanziellen Basis. Zudem erhält es starke Unterstützung durch die Kunden. Dadurch wird sich das Geschäft stabilisieren und dem Unternehmen eine langfristige Perspektive gegeben.

Zwischen 2009 und 2013 waren Ruia und die Vorgängerunternehmen zweimal insolvent, und eine Lösung war nicht in Sicht. Nach 15 Jahren ohne nennenswerte Investitionen durch die Voreigentümer Acument und Ruia ergaben sich existenzielle Probleme, die eine Verbesserung der Situation verhinderten.

Durch die langwierige Insolvenz wanderte ein Teil des profitablen Geschäfts zur Konkurrenz ab, und bei einem großen Anteil des verbleibenden Geschäfts wurden Produkte unter hohen Verlusten verkauft. Zusätzlich haben wichtige Kunden wegen der Insolvenzen über mehrere Jahre vermieden, neue Aufträge zu erteilen. Dadurch war der Weg für neues, profitableres Geschäft blockiert. Dies führte zu bedeutenden fortlaufenden Verlusten, und potenzielle Käufer verloren das Interesse an dem Unternehmen.

Mitarbeitern Zukunft ermöglichen

Die deutschen Automobilhersteller hatten großes Interesse an einem strategischen Käufer, der das Geschäft stabilisieren kann. Daraufhin prüfte Whitesell die Optionen und willigte ein zu investieren, in dem Bewusstsein, dass grundlegende Änderungen nötig waren, um den Teufelskreis der Insolvenzen zu durchbrechen. Von Anfang an arbeitete Whitesell transparent mit den großen Kunden zusammen. In zahlreichen persönlichen Gesprächen wurden die Probleme angesprochen und Lösungen erklärt, wie das Geschäft auf eine nachhaltige Basis gestellt und den Mitarbeitern eine Zukunft ermöglicht werden kann.

In den Wochen vor der endgültigen Übernahme von Ruia durch Whitesell unterzeichnete die Mehrheit der Mitarbeiter eine Erklärung, in der sie die Übernahme durch Whitesell ablehnten, da sie starke Preiserhöhungen für die Kunden befürchteten. Trotz dieser unrichtigen Behauptungen blieb Whitesell bei seiner Zusage, nahm bedeutende Investitionen vor und vollzog die Übernahme.

Die Verunsicherung der Mitarbeiter erschwerte die Lage für Whitesell Germany, da Zulieferer und Kunden wegen der Stabilität des Unternehmens besorgt waren. Dies zwang Whitesell Germany dazu, für das Unternehmen untypische Wege einzuschlagen, um Geschäftsinteressen zu wahren und Mitarbeitern und Unternehmen Sicherheit zu bieten.

Whitesell Germany verpflichtete sich, weiterhin alle Kunden zu beliefern, obwohl nach der Übernahme keine gültigen Verträge existierten. Ungeachtet des großen Risikos für das Unternehmen wusste Whitesell Germany, dass das der richtige Weg ist. Dennoch führte dies zu Unstimmigkeiten mit vielen Kunden, die große Aufträge zu den früheren, Verlust bringenden Preisen erteilten. Zu den zusätzlichen Ausgaben kamen Produktionsengpässe hinzu.

Zahlungen vollständig gestoppt

Nachdem neue, nachhaltige Preise festgesetzt worden waren, weigerten sich viele Kunden, die neuen Marktpreise zu bezahlen und stoppten die Zahlungen vollständig. Es zeigte sich, dass einige der großen Kunden bereits Monate vor der Übernahme vorhatten, das Geschäft zu Wettbewerbern zu verlagern. Diese Kunden lehnen es aktuell ab, die maßgefertigten Bestellungen anzunehmen. Dadurch sind Whitesell Germany und dessen Mitarbeiter unnötigen Belastungen ausgesetzt.

Trotz der enormen Schwierigkeiten wurden langfristige Verträge mit vielen großen Kunden abgeschlossen. Damit ist die Zukunft des Unternehmens auf einer gesunden und existenzfähigen Basis sichergestellt. Dank dieser Zusagen hat Whitesell Germany nun Gewissheit, dass die Gesellschaft eine Zukunft mit einigen der wichtigsten Automobilherstellern und ihren Zulieferern hat. Whitesell Germany wird die schwierige Phase abschließen und sich gemeinsam mit den Kunden, die das Unternehmen unterstützen, auf Wachstum konzentrieren.

"Wir sind bereit, in dieses Unternehmen zu investieren. Wir wollen es zu einem Automobilzulieferer von Weltrang formen. Die Restrukturierung wird leider schwierig und bedauernswert sein, aber nur so können wir viele Arbeitsplätze sichern. Die verbleibenden Kunden bieten langfristige Wachstumschancen, mit denen wir wieder an vergangene Höchstleistungen anknüpfen können. So werden wir die Zukunft dieses traditionsreichen deutschen Unternehmens sichern", sagt Bob Wiese, Geschäftsführer Whitesell Germany GmbH & Co. KG."

Die US-amerikanische Whitesell Group ist weltweit an mehr als 20 Standorten aktiv

Das Unternehmen Whitesell Group betreibt integrierte Fertigungs- und Vertriebsniederlassungen an mehr als 20 Standorten auf der ganzen Welt. Die Whitesell Group wurde 1971 gegründet, ist in Privatbesitz und wird vom Inhaber geführt.

Die Gruppe besteht aus unterschiedlichen Unternehmen, die alle eine marktführende Position in diversen Bereichen einnehmen. Dazu gehören zum Beispiel Sonderbefestigungen, komplexe Kaltformteile, Präzisions-CNC-Komponenten, Blechbearbeitung und -formung sowie Herstellung und Vertrieb von C-Teilen (Befestigungsmaterial). Die Whitesell Group bedient Automobilzulieferer sowie Erstausrüster. Zusätzlich gehören Hersteller von Geräten für Rasen und Garten sowie Unternehmen, die in den Bereichen Heizung, Lüftung, Klimatechnik oder Aufzugsanlagen tätig sind, zum Kundenstamm des US-Unternehmens.

Weitere Infos im Netz unter www.whitesellcorp.com.

PM

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