Staatsfeind Nummer 1

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Seit circa 30 Jahren erschwert die Varroamilbe Bienen und Imkern das Leben. Ihren Weg nach Europa fand die Milbe im Jahr 1977 durch befallene Asiatische Honigbienen, die von Wissenschaftlern des Bieneninstitutes Oberursel zu Forschungszwecken nach Deutschland geholt wurden und sich dann schnell innerhalb Europas ausbreiteten.

Heute gibt es praktisch kein Honigbienenvolk in Deutschland, in dem nicht die Varroamilbe nachgewiesen werden kann. Die 1,1 Millimeter langen und 1,6 Millimeter breiten Parasiten sitzen auf den Bienen, die Vermehrung geschieht verdeckt in der Bienenbrut. "Wenn man die Varroa auf der erwachsenen Bienen sieht, ist das Volk dem Tod geweiht", erklärt Wolfgang Brosam.

Der Milbenbefall schwächt die Bienen auf verschiedene Arten. Durch das Aussaugen verlieren befallene Larven direkt an Gewicht, die ausgeschlüpften Bienen bleiben um etwa ein Zehntel kleiner als gesunde Tiere. Die befallenen Tiere besitzen eine deutlich verkürzte Lebensspanne. Sie haben schlechtere Lernleistungen und kehren häufiger nicht in den Stock zurück. Zusätzlich werden durch den Milbenbefall schädigende Viren übertragen. Die Varroamilbe gilt auch als eine Hauptursache des in Deutschland seit einigen Jahren immer wieder im Herbst oder dem Winterhalbjahr auftretenden seuchenartigen Bienensterbens.

Anfangs wurde versucht, den Milbenbefall (Varroose) chemisch zu bekämpfen. Die Giftstoffe lagerten sich jedoch in den Waben und im Honig ab, weshalb man wieder davon abkam. Ein Heilmittel oder einen Impfstoff gibt es nach der langen Zeit immer noch nicht.

Deshalb hat der Imker nur alternative Möglichkeiten zur Verfügung, um den Befall zu verhindern beziehungsweise geringzuhalten, zum Beispiel durch regelmäßige Gemülldiagnose, bei der der Milbenfall nicht fünf am Tag überschreiten sollte, und durch die Behandlung mit Ameisensäure im Sommer und Oxalsäure im Winter, wenn es keine Brut gibt.

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