Sprühende Lebensfreude: Martha Bohn wird 100 Jahre alt

Sie hat sich ihren Humor bewahrt und ihre Lebensfreude. Heute nun feiert Martha Bohn aus dem Fichtenberger Teilort Langert mit Kindern, Enkeln und Urenkeln ihren hundertsten Geburtstag.

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Humorvoll bis ins hohe Alter: Martha Bohn wird heute hundert.  Foto: 

Menschen, die heutzutage auf ein hundert Jahre währendes Leben zurückzublicken können, sind zwar keine Seltenheit mehr. Aber nur wenige können ihren hundertsten Geburtstag in geistiger Frische und guter körperlicher Verfassung feiern wie Martha Bohn im Fichtenberger Teilort Langert, die heute ihren großen Ehrentag feiern darf. Sie gehört einer Generation an, deren Leben von Entbehrungen und Verzicht geprägt war.

Ihren Humor hat sich die Geburtstags-Jubilarin über all die Jahrzehnte bewahrt. Sie lacht heute über manche Begebenheiten, die ihren ursprünglichen Schrecken längst verloren haben. Geboren in Mettelbach - heute ein Teilort der Stadt Murrhardt - musste sie im landwirtschaftlichen Betrieb der Eltern mitarbeiten. Dabei blieb es auch nach der Heirat im Jahr 1936 mit Gottlieb Bohn. Erst nach der Rückkehr des Mannes aus der Kriegsgefangenschaft zog die Familie 1946 mit dem Leiterwagen um in den Langert.

Dort führte das Paar die elterliche Landwirtschaft des Mannes weiter. Während Gottlieb Bohn als Haumeister im Staatsforst arbeitete, war Martha Bohn für die Landwirtschaft zuständig. Arbeit gab es genug - und nur wenig freie Zeit um zu verreisen. Und wenn, dann waren es Kurzausflüge der Mitarbeiter der Staatsforstverwaltung. Auf die hätte das Geburtstagskind gerne verzichtet. Den ganzen Tag sei man im Bus gesessen und hinterher habe einen das Kreuzweh geplagt, ärgert sich Martha Bohn noch heute. Nach wie vor hat sie einen großen Lebenstraum - einmal richtig in den Urlaub zu fahren, den sie sich bislang nie gönnen konnte. Diese sprühende Lebensfreude erlebt, wer der Jubilarin begegnet. Sie lacht herzlich, wenn man sie nach ihrem Rezept für ein hohes Alter in geistiger Frische fragt: "Die Ärzte fragen mich auch immer danach, dann sage ich ganz einfach: Melissengeist!" Dass ihr die "Knochen" manchmal schmerzen, erwähnt die Jubilarin nur beiläufig. Vielmehr schmerzte sie der Tod ihres Mannes nach 69 Ehejahren. Sie vermisst auch die Ansprache und die alte Nachbarschaft in den Wasserhäusern, wie die innerörtliche Häusergruppe im Langert heißt.

Dabei wird sie von Sohn Lothar und Tochter Marianne gut umsorgt, und sei es nur, um nach dem Rechten zu sehen. Martha Bohn versorgt sich weitgehend selbstständig. Sie kocht gut und gerne für sich, weiß Lothar Bohn. Nicht selten ziehen durch das Haus die Düfte deftiger Speisen, die sich die Jubilarin zubereitet.

Kinder, Enkel und Urenkel gratulieren

Trotz der menschlichen Verluste in ihrem Umfeld nimmt sie regen Anteil am lokalen und weltweiten Geschehen. Die Zeitungslektüre gehört zum Tagesablauf. Nicht selten missfallen ihr Nachrichten, die nicht in ihr Tugendschema passen, das ihre Erfahrungen in einem langen Leben geprägt hat.

Von ihren drei Kindern leben noch zwei. Sie gratulieren heute zusammen mit sechs Enkeln und fünf Urenkeln zum Hundertsten. Eine große Feier gibt es nach dem Willen der Jubilarin nicht, weil der Winter zu lang und zu kalt gewesen sei. Schließlich müssten die Heizkosten hereingespart werden - aber: "Jeder der kommt, bekommt etwas!" Dafür seien etliche Flaschen Sekt kaltgestellt. Sagts und stößt mit ruhiger Hand und einem Glas Wasser an. Zu so vielen Jahren geistigen Witzes und unverwüstlichen Humors kann man nur gratulieren!

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