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Bärbel S. aus Schwäbisch Hall gehört am Sonntagmorgen zu den frühen Besuchern des Ilshofener Ostermarktes. Schon kurz vor elf Uhr steht sie inmitten von Fahrrädern, die auf dem Fahrradbasar des TSV Ilshofen auf dem Firmengelände von Berg und Jäger angeboten werden. "Ich wollte noch schauen, ob ich ein passendes Rad für meine Enkelin zu Ostern finde", erklärt sie. "Deshalb möchte ich auch meinen Nachnamen nicht verraten. Nicht, dass sie schon im Vorfeld weiß, was der Osterhase bringt", so die Hallerin lachend.

Alexander Busch-Nowak vom Verein Miniaturdampfbahnen Hohenlohe e.V. hat sich bereit gemacht. In seiner dunkelblauen Uniform steht der junge Mann vor dem Rathaus in Ilshofen. Er trägt eine Mütze - passend zur Kleidung - hat einer Trillerpfeife in der Hand und hält eine Lochzange in der anderen. Der Crailsheimer schlüpft an diesem Wochenende in die Rolle des Schaffners. Denn auch bei Miniaturdampfbahnfahrten gilt: Alles muss seine Ordnung haben. Aus diesem Grund werden die Kinder, die darauf warten, endlich loszufahren, auf einen gültigen Fahrausweis hin kontrolliert. "Alles klar", ruft Busch-Nowak, pustet laut in seine Pfeife und die Bahn beginnt, ihre Runden zu drehen.

Schon seit vielen Jahren kommt Inge Krüger aus Crailsheim zum Ostermarkt nach Ilshofen, um dort ihre handgemachten Produkte an den Mann zu bringen: Tiere aus Heu, Osterkränze oder Äpfel aus Filz warten darauf, den Besitzer zu wechseln. "In diesem Jahr laufen die Geschäfte schlecht", stellt die Händlerin enttäuscht fest. "Der Markt ist sehr gut besucht, die Menschen freundlich, dennoch will keiner so recht etwas kaufen. Das war in den vergangenen Jahren nicht so." Wenn die Geschäfte so weitergehen, werde sie im kommenden Jahr wohl nicht mehr kommen, bedauert die 73-Jährige.

Über schlechte Geschäfte kann sich Christian Mauch aus Offenburg nicht beklagen. Der Badener verkauft an seinem Stand einen Gürtel nach dem anderen - und hat dabei immer einen kecken Spruch auf den Lippen. "Wenn der Gürtel nicht passt, wird er eben passend gemacht", ruft er in die Menge. "Dieser hier ist leider zu lang", sagt ein Herr, der fündig geworden ist. "Kein Problem", entgegnet Mauch, zückt die Schere und schneidet den Gürtel zurecht. "Vielleicht noch ein Stück kürzer?", fragt der Kunde. "Besser nicht", kontert der Händler. "Ihr Bauch sieht ganz danach aus, als dass er da noch hineinwächst", scherzt er.

Jonathan Messerschmidt und seine Schulfreunde sitzen in der Stadthalle vor drei großen Tischen. "Wollen Sie vielleicht einen Schokohasen, einen Holzhasen oder ein Insektenhotel kaufen?", ruft Jonathan einer Kundin nach. "Das alles hier ist für einen guten Zweck", erklären die Schüler. Der Erlös der - von den Schülern der Maria-Montessori-Schule gefertigten und den Schülern der Hermann-Merz-Schule verkauften - Produkte wird geteilt und geht in die Klassenausflugskasse. Jonathan und seine Mitschüler wollen im Herbst nach England fahren.

Das Ehepaar Albrecht und Else Weiß aus Langenburg kommt jedes Jahr nach Ilshofen zum Ostermarkt. So auch am gestrigen Sonntag. "Heute wollen wir vor allem das schöne Wetter und die Umgebung hier genießen", erklären die beiden. Als alte Ostermarkt-Hasen stellen die Eheleute jedoch fest: "Die Auswahl wird in jedem Jahr etwas weniger. Das ist wirklich schade." Vor allem regionale und selbstgemachte Waren seien der Grund, warum sie sonst nach Ilshofen kämen. "Die Konkurrenz wird langsam vielleicht zu groß. Viele Dörfer wollen etwas Ähnliches - wie an Weihnachten."

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