Spider Murphy lässt 2000 Fans wieder jung werden

Im Rahmen der Hohenloher-Arena-Messe HAM gibt es am Samstagabend traditionell ein Konzert. Dieses Mal lockte die Spider Murphy Gang gut 2000 Fans in die Versteigerungshalle der Rinderunion

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Die Spider Murphy Gang sorgte für eine volle Arena. Foto: Ufuk Arslan

Kann es möglich sein, dass, Verzeihung, alte oder bestenfalls alternde Männer noch Spaß am Rock n Roll haben? Nimmt mans ihnen ab, wenn sie singen "I ziag"s net aus, meine Rock-and-Roll-Schuah"? Das war nach "Mir san a bayrische Band" der zweite Song des Konzerts.

Jedenfalls macht das Alter auch vor den "Spiders" nicht halt. Die Haare werden grauer, die Bewegungen langsamer. "Den Twist", sagt Spider-Frontmann Günther Sigl, Jahrgang 1947, "den mach ich pro Konzert auch nur noch einmal." Dann muss er lachen, und auch seine Zuhörer lachen mit. Denn auch dort werden die Haare schütter, das verbindet die Deutschrocker mit ihren Fans.

"Wollts ihr noch an Rock n Roll hörn?", fragt Günther Sigl. "Ja", brüllt das Publikum. "Ja mei, mir spuin eh nix anderes", sagt er grinsend, haut in die Saiten und die Menge tobt.

Wenn die Band spielt, ist das Alter vergessen - nicht nur das der Musiker, deren Gitarrenfinger so locker sind wie eh und je, deren Rock n Roll so spritzig ist wie in den 80er-Jahren. Auch die Fans werden wieder jung: Sie tanzen und schunkeln und singen die Lieder mit. Sie kennen jede Zeile. Mit anderen Worten: Die Spider Murphy Gang ist so mitreißend wie eh und je. Und das Publikum liebt sie dafür. Es will gar keine neuen Lieder hören. Es sind die Songs aus der "guten alten Zeit", also aus den 80er-Jahren, die es erwartet. Erklingen die ersten Akkorde, bricht Jubel aus - bei "Sommer in der Stadt", zum Beispiel, oder "Frosch im Hals und Schwammerl in de Knia". Und die Spider Murphy Gang rockt, bis die Gitarre qualmt - im Wortsinn, übrigens, denn Gerhard Gmell (alias Barny Murphy) zündete sich mitten im Konzert eine Zigarette an. Er steckt sie - er muss dort eine extra Vorrichtung angeklebt haben - an den Gitarrenhals, wenn er beide Hände zum Spielen benötigte. Dort dampft die Kippe vor sich hin, bis Murphy wieder eine Hand frei hat zum Qualmen.

Nicht nur hier zeigt sich, dass die Musiker Routiniers sind. Man merkt es auch dem Ilshofener Konzert an: ein paar Kracher am Anfang, unbekanntere Stücke in der Mitte, und hinterher wieder die ganz bekannten Ohrwürmer wie "Autostop nach Schwabing", einer der Höhepunkte des Konzerts. Da drängte sich bald die Frage auf, ob die "Skandal-Rosi" letzter Titel des Programms oder erste Zugabe sein wird. Sie war nach 90 Minuten, aber immerhin um 23.45 Uhr, das letzte Stück des regulären Programms. Konnte "Skandal im Sperrbezirk" mit einer Zugabe noch getoppt werden? Natürlich: "Herzklopfen" war die erste Zugabe, und so hatten die Spiders am Schluss alle Hits heruntergerockt. Die Fans dankten mit langem Applaus.

INS VISIER GENOMMEN: Bitte nicht so kleinkariert, Frau Sawade!
Achte Auflage der Ilshofener HAM tritt unter dem Slogan "Rund ums Leben" an

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