Sonne tanken

8000 Euro hat Gottfried Gronbach in eine neue Ladestation für Elektroautos investiert. Der Strom kommt von den Hausdächern nebenan.

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Gottfried Gronbach betankt seinen Tesla mit Solarstrom. Im Auto sitzt Bürgermeister Jürgen Silberzahn. Heinz Kastenholz, Leiter des Energiezentrums, präsentiert ein Elektro-Moped.  Foto: 

Taschenrechner haben sie schon lange. Auch Gartenlampen leuchten damit. Wer hat sich nicht schon einmal gedacht, wie praktisch es wäre, wenn das Auto Solarzellen auf dem Dach hätte und daher seine Energie bekäme. Fahren nur mit der Kraft der Sonne - das geht. Zwar nicht so wie im Gedankenspiel, mit Solarzellen auf dem Autodach, aber seit neuestem kann man sein Auto mit Strom aus Fotovoltaikanlagen betanken.

Gottfried Gronbach von Ökoprojekte Gronbach aus Wolpertshausen fährt seit kurzem ein Elektroauto der Marke Tesla, Model S. Den Strom, den dieses Fahrzeug braucht um Reichweiten von 400 Kilometern zu schaffen, bekommt es aus der eigenen Solaranlage. Auf dem Carport des Ingenieurs, in dem acht Wagen Platz haben, ist eine Fotovoltaikanlage installiert. Diese versorgt das angrenzende Unternehmensgebäude mit Strom. Überschüssige Leistung wurde bisher ins Netz eingespeist. Nun können diese Überschüsse genutzt werden, um das Elektroauto zu laden. Sollte die Sonne nicht ausreichend scheinen, muss man nicht fürchten, dass das Auto stehen bleiben muss. In dem Fall greift die Anlage auf Strom aus dem Netz zurück. Die Versorgung des Haushaltes geht bei der Stromversorgung stets vor. Nur die Überschüsse kommen ins Auto.

Gronbach rechnet die Kostenersparnis vor: Schon ein mit herkömmlichem Strom betriebenes Elektroauto spart pro 100 Kilometer gut acht Euro (fünf Euro Kosten für ein Elektroauto, 13,50 Euro für einen Benziner). Gronbachs mit Solarenergie betankter Tesla kommt auf 2,60 Euro pro 100 Kilometer - einer Differenz von gut zehn Euro im Vergleich zum Benzinauto.

Häufiger Kritikpunkt der Elektroautos ist die Dauer des Tankens. Das Aufladen an der Solarstation beträgt eine Stunde für 110 Kilometer. Die Installation der Anlage hat den Unternehmer rund 8000 Euro gekostet.

Das große Ziel, das sich das vom Land geförderte Projekt "Elektromobilität Ländlicher Raum" setzt, ist die Unabhängigkeit von Öl. Gottfried Gronbach spricht Gründe an, die für ein Umdenken sprechen. Die IS-Terrormiliz, die mit Ölgeldern bezahlt wird, die folgenschweren Unfälle, die im Zusammenhang mit Ölförderung und Transport vorkommen. Außerdem gelte es die Rohstoffe zu schonen und der Umwelt weniger Schadstoffe zuzumuten.

Wolpertshausen ist eine Vorzeigegemeinde im Hinblick auf Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien. Mit Biomasse, Fotovoltaik, Wind und Wasser konnte die Gemeinde im Jahr 2012 eine Energieversorgung von über 100 Prozent durch erneuerbar erzeugten Strom erreichen.

Die solargesteuerte Ladestation wurde am Dienstag eingeweiht. Mit dabei waren Sebastian Dürr von der Firma Chrosis, der an dem Projekt mitgearbeitet hat und Elektroinstallateur Hans Hennig-Ley. Außerdem Heinz Kastenholz, Leiter des Energiezentrums. Auch Bürgermeister Jürgen Silberzahn gratulierte zur neuen Anlage.

Info Am 8. Dezember veranstaltet das Energiezentrum in Wolpertshausen einen E-Mobilitätskongress. Neben Vorträgen werden Elektrofahrzeuge vorgestellt, die getestet werden können.

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