Sonja und Matthias Schüttler aus Wallhausen gehen als Missionare nach Peru

Sonja und Matthias Schüttler packen im Geist schon ihre Koffer. Ab August werden sie auf einer Missionsstation in Peru arbeiten. Ausgesandt werden sie beim Landesmissionsfest am 29. Juni in Blaufelden.

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Freuen sich auf weitere drei Jahre in der Missionsstation in Peru: Sonja und Matthias Schüttler.  Foto: 

Was die Arbeit im Dschungel betrifft, sind Sonja und Matthias Schüttler aus Wallhausen schon alte Hasen. Die Schweizerin aus Schaffhausen und der Hengstfelder haben sich im peruanischen Urwald kennen- und ein paar Jahre später lieben gelernt.

Heute sind sie verheiratet und ziehen bald wieder los. "Wir wissen, was uns in Peru erwartet: Wir sind dort, wo die Straße aufhört. Wo es nur noch mit dem Boot weitergeht", erzählt Matthias Schüttler.

Als Zivi zum ersten Mal im Dschungel von Peru

Rückblende: Matthias Schüttler ist 16 Jahre alt, das war in den Achtzigerjahren. Er kommt mit den AJC in Kontakt, den Aktiven Jungen Christen, die sich im Raum Blaufelden treffen. "Dort war der Glaube an Gott so lebendig, das hat mich angesprochen."

Diese Erfahrung wollte er weitergeben, und als es darum ging, eine Zivildienststelle im Ausland zu finden, traf er auf das deutsch-schweizerische Missionswerk "Indicamino" - ein Kunstwort, das aus dem spanischen "indicar" ("zeigen") und "camino" ("Weg") besteht. "Indicamino" unterhält eine Missionsstation in Pucallpa im Landesinneren von Peru, und dorthin sollte Matthias Schüttler als junger Zivi gehen. Aber er war nervös. "Das erste Mal fliegen. Das erste Mal Südamerika. Das war schon alles sehr spannend", erinnert er sich.

In Peru war der gelernte Kfz-Mechaniker hochwillkommen - auch wenn er dort nur selten Autos repariert hat. "Es sind eher Bootsmotoren. Oder Generatoren. Oder andere kleine Maschinen."

Doch wo kommt bei allem Motorenöl die Mission ins Spiel? Denn die ist es ja, die Matthias Schüttler und auch seine Frau Sonja in das ferne Land zieht. "Ich komme viel in die Dschungeldörfer. Dort besuche ich meine Lehrlinge oder gebe Kurse", sagt Schüttler. Die Dorfbewohner können sich kaum vorstellen, warum gerade zu ihnen einer aus dem reichen Europa kommt. "Dann antworte ich ihnen, dass ich Gottes Liebe erfahren habe und diese Erfahrung teilen will."

Ein Jahr war der Zivi dort. "Und als ich ging, wusste ich, dass ich nicht zum letzten Mal dort war", erinnert sich Matthias Schüttler. Tatsächlich: Kaum ein Jahr später ereilte ihn ein Hilferuf. Er solle doch bitte seinen Urlaub im Missionsdorf verbringen, sie bekämen den alten Lkw nicht alleine repariert. "Ich musste nicht lange überlegen und bin geflogen", sagt Schüttler.

Damals war auch Sonja als Hauswirtschafterin im Dorf. Die beiden lernten sich kennen - und Matthias holte sich erst mal einen Korb. Der Kontakt zu Sonja riss aber nicht ab, als der Hohenloher in seine Heimat zurückkehrte.

Mit dem Meisterbrief in der Tasche ließ er sich zu einem weiteren Missionsaufenthalt verpflichten - und siehe da, Sonja kam nach: "Ich habe mich lange gefragt, ob ich nur seinetwegen hingehe. Aber nach vielen Gesprächen habe ich gespürt, dass Gott mich dort haben will." Sie kam im vergangenen Jahr mit Matthias wieder nach Europa zurück. Die beiden haben dann hier geheiratet, haben Arbeit und Wohnung gefunden. Doch es zieht sie in den Dschungel zurück - für weitere drei Jahre. Der Flug ist für Anfang August gebucht.

Zweimal werden sie offiziell ausgesandt. Erst beim Landesmissionsfest, dann noch einmal bei einem offenen Abend der Aktiven Jungen Christen, denen Matthias treu geblieben ist und die das Paar unterstützen (siehe nebenstehendes Interview). Beide freuen sich darauf: "Die Aussendung ist immer ein sehr emotionaler Moment."

Info Die Aussendung der Missionare ist Teil des Festgottesdienstes des Landesmissionsfests am Sonntag, 29. Juni. Danach werden Sonja und Matthias Schüttler auf dem Markt der Missionswerke über ihre Arbeit informieren.

Glaube war stärker als die Mondlandung
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