Sohn versucht, Vater zu vergiften

Ein ungewöhnlicher Prozess beginnt am kommenden Mittwoch vor dem Landgericht Heilbronn: Ein 27-jähriger Mann aus dem Kochertal soll versucht haben, seinen Vater zu vergiften.

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Der Angeklagte und sein Vater sollen räumlich getrennt ein landwirtschaftliches Anwesen im Kochertal bewohnt haben. Zwischen Vater und Sohn sollen tiefgreifende Spannungen geherrscht haben. Deshalb soll der Angeklagte im Jahr 2009 beschlossen haben, seine Vater zu töten, heißt es von der Staatsanwaltschaft. Wenn sich die Ermittlungen bestätigen, ging der 27-Jährige dabei äußerst subtil vor: Er soll heimlich Quecksilber in das von seinem Vater verwendete Kopfkissen und in eine Sessellehne gegeben haben. Außerdem soll er ein Gefäß mit dem Schwermetall in der Wohnung des Vaters aufgestellt haben. Damit habe er erreichen wollen, dass sein Vater durch die aufsteigenden Dämpfe langsam stirbt. Drei Jahre später soll der Angeklagte erkannt haben, dass er sein Ziel so nicht erreicht. Er soll sich dann Ende April 2012 ein Narkotikum beschafft haben. Das Mittel soll er dem Vater im Mai in eine Wurstdose beigemengt haben. Die Dose hatte der Vater bereits geöffnet. Der Angeklagte soll das Narkotikum in den Fettrand der Wurst gemischt haben. Der Vater bemerkte wohl nichts davon, vesperte die Wurst und fiel für vier Tage in Bewusstlosigkeit, ähnlich einem Delirium. Der Angeklagte soll das beobachtet und auf den Tod des Vaters gewartet haben. Erst am 20. Mai soll er auf Druck eines Zeugen einen Arzt gerufen haben. Der Vater überlebte. Im Rahmen der Ermittlungen wurde zudem ein beachtliches Waffenarsenal auf dem Gelände aufgedeckt: Anfang Juni 2012 fanden die Ermittler auf dem Anwesen viele Waffen, Munition und Sprengstoff.

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