Sohn baut Orgel des Vaters ein Katholische Kirchengemeinde in Großenhub beschenkt sich selbst zur 100-Jahr-Feier

Nach 100 Jahren schickt die katholische Kirchengemeinde in Großenhub ein altersschwaches Harmonium in den verdienten Ruhestand - und gönnt sich eine richtige Orgel für ihr 1913 erbautes Gotteshaus.

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Orgelbaumeister Friedrich Tzschöckel (oben links) und seine Mitarbeiter hieven das Instrument über die Empore der Kirche in Großenhub. Foto: Harald Zigan

In der gerade mal 199 Seelen zählenden Christengemeinschaft, zu der auch umliegende Weiler und Dörfer wie Wäldershub, Steinbach am Wald oder Gerbertshofen zählen, ist jetzt freilich nicht der Größenwahn ausgebrochen.

Die seit dem Bau der Kirche "Zum Heiligsten Herzen Jesu" auf eigenen Beinen stehende katholische Kirchengemeinde in Fichtenau-Großenhub bescheidet sich vielmehr in ihrem Jubiläumsjahr ganz ökonomisch (und sozusagen auch ökumenisch) mit einer gebrauchten Orgel, die im Jahr 1978 für die evangelische Missionsschule in Unterweißach angefertigt wurde. "Die Kosten von rund 20 000 Euro für die Orgel und ihre fachgerechte Renovierung werden hauptsächlich durch Spenden gedeckt", wie Pfarrer Markus Engert berichtet. Dem Priester mit Dienstsitz in Matzenbach obliegt auch die Seelsorge in der Kirchengemeinde Großenhub.

Gestern verlegte der Orgelbaumeister Friedrich Tzschöckel aus Althütte im Rems-Murr-Kreis seinen Arbeitsplatz in das Gotteshaus von Großenhub: Zusammen mit vier Mitarbeitern baute er die klassisch-schöne, auch von ihren Proportionen her sehr gut in die Kirche passende Orgel auf der Empore ein.

Mit dem Instrument verbindet den Firmenchef eine ganz besondere Beziehung: "Diese Orgel hat mein Vater Reinhart gebaut - und es ist ein schönes Gefühl, dass sein Werk wieder einen guten Platz gefunden hat."

Einen guten Platz für ihr Gotteshaus mitsamt Friedhof fanden vor 100 Jahren auch die Katholiken von Großenhub, die bis dahin nach Stimpfach eingepfarrt waren und vor allem im Winter lange und beschwerliche Wege in den sonntäglichen Gottesdienst auf sich nehmen mussten.

Auf einer Anhöhe vor dem Dorf, die wunderbare, weite Ausblicke in das Land bietet, entstand nach Plänen von Pfarrer Harsch (Bopfingen) und den Architekten Schuh & Hagel (Bad Cannstatt) aus weißem, in der Gegend reichlich vorhandenem Sandstein die Kirche "Zum Heiligsten Herzen Jesu" - zum Kostenpunkt von insgesamt 17 700 Reichsmark. Auch damals schon trugen die Mitglieder der katholischen Kirchengemeinde eine ansehnliche Summe an Spenden bei.

Bischof besucht Gemeinde
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