Social Media: Wie die Landtagswahlkandidaten auf Anfragen reagieren

In Zeiten von Facebook und Twitter war es nie einfacher, mit Politikern direkt in Verbindung zu treten. Doch wie schnell reagieren die Landtagswahlkandidaten auf eine Anfrage? Ein Test gibt Aufschluss.

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  • Wenn soziale Netzwerke, dann Facebook: Von den acht Kandidaten, die angeschrieben wurden, sind sieben dort angemeldet. Twitter hingegen wird vernachlässigt. Den Politikern ist aber weiterhin das persönliche Gespräch am liebsten. Bildmontage: hth 1/2
    Wenn soziale Netzwerke, dann Facebook: Von den acht Kandidaten, die angeschrieben wurden, sind sieben dort angemeldet. Twitter hingegen wird vernachlässigt. Den Politikern ist aber weiterhin das persönliche Gespräch am liebsten. Bildmontage: hth Foto: 
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Im Zeitalter von Smartphone und ständiger Online-Kommunikation nutzen viele Politiker Plattformen wie Facebook und Twitter, um gezielt mit den Wählern in Kontakt zu treten. Neue Zielgruppen werden schneller erreicht, bei aktuellen Ereignissen können Politiker sofort reagieren und ohne Aufwand ein Statement abgeben. Wir wollten wissen, wie die heimischen Landtagskandidaten die sozialen Medien nutzen, um mit ihren Wählern schnell in Kontakt zu treten. Dazu haben wir exemplarisch einige Kandidaten angeschrieben.

Kai Bock (Linke) aus dem Wahlkreis Schwäbisch Hall hat eine sogenannte "Fanseite" auf Facebook eingerichtet. Bisher gefällt das 85 Personen. Getwittert wird noch über die Gemeinschaftsseite "Die Linke SHA-Hohenlohe". Eine eigene Seite soll noch folgen.

Julian Brosch (ALFA) reagierte auf die Anfrage innerhalb von einer Stunde. "Die aktuellen Mittel als neue Partei sind sehr beschränkt. Meine Helfer kümmern sich um Flyer und Plakate", schreibt der Kandidat für den Landkreis Hall. Daher managt er seinen Account alleine und will sich zuerst nur auf Facebook konzentriere.

Ein gutes Beispiel ist Nikolaos Sakellariou (SPD). Er engagiert sich sowohl auf Twitter als auch auf Facebook und nutzt seine private Seite, um mit mehr als 3500 "Freunden" Fotos und Artikel zu teilen. "Ich habe gerne den direkten Kontakt zu den Bürgern", sagt "Nik", da passe eine "Fanseite" nicht, wenn man sich auf Augenhöhe zu den Menschen wahrnehme. Immer wieder findet man auch kritische Kommentare zu aktuellen Themen. Auf Twitter hat er bereits über 150 Tweets abgesetzt.

Auch Helmut Rüeck von der CDU ist auf Facebook vertreten. Er hat keine "Fanseite", seine Beiträge sind aber auch für Menschen ohne Facebook-Account freigeschaltet. "Für Twitter oder gar eine ,Fanseite' reicht mir einfach die Zeit nicht", erklärt Rüeck auf Anfrage innerhalb von 30 Minuten.

Die Kandidatin der Grünen, Jutta Niemann, reagierte innerhalb von 24 Stunden auf unsere Anfrage - allerdings per E-Mail. Sie betreut auf Facebook zwar ihre eigene Seite, direktes Anschreiben ist dem Benutzer jedoch nicht möglich. In unregelmäßigen Abständen schreibt oder teilt die Politikerin Beiträge, die von den Usern kommentiert werden können. Per Twitter ist Jutta Niemann nicht zu erreichen. "Ich habe kein Smartphone und bin deshalb unterwegs nicht online. Und ohne das macht es eher keinen Sinn, denke ich", schreibt sie.

Was soziale Netzwerke angeht, ist Friedrich Bullinger von der FDP Abstinenzler. Weder auf Facebook noch auf Twitter ist der gebürtige Haller aktiv. Bullinger sehe zwar die Potenziale dieser Medien, habe aber "Bedenken, was die Verwendung von Daten durch dieses Unternehmen angeht." Außerdem störe ihn "der Umgangston und die dort verbreiteten Hasstiraden".

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