Singen für ein warmes Essen

Dass ein Komponist am Hof in Bartenstein für Kost und Logis schrieb und man im Kirchberger Schloss für ein warmes Essen sang, das konnten die Konzertbesucher des Hohenloher Kultursommers erfahren.

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König Artus (Tobias Weishaupt), Guinevere (Janna Horstmann) und Lancelot (Nina Müller) kämpfen gegen den gefährlichen Eber (Laura Quarg). Dieser bedroht mit seinem Staubsauger-ähnlichen Gerät die jungen Mädchen. Er ist wütend, weil er einen unausprechlichen Namen hat: Twrch Twryth. Guinevere findet einen neuen Namen für ihn und rettet damit sich und ihre neuen Freunde. Fotos: Freilichtspiele Schwäbisch Hall, Jürgen Weller

Ein Schmunzeln habe er bei Otto Müller von der Kulturstiftung Hohenlohe ausgemacht, sagte Hans-Peter Vogel, Fagottist und Ensembleleiter der "Fürstlich Löwensteinischen HofMusic" bei der Eröffnung des Hohenloher Kultursommers für den Landkreis Schwäbisch Hall. Denn zuvor hatte er in seiner Moderation des Konzerts am Sonntag in Kirchberg davon berichtet, dass Anton Bonifaz Fleischmann einst am Kirchberger Hof für ein warmes Essen sang.

Der katholische Pfarrer von Großallmerspann, der dort zwischen 1782 und 1786 wirkte, war der Bruder des Komponisten Johann Friedrich Anton Fleischmann. Dessen viertes Quartett mit der ungewöhnlichen Besetzung von Klarinette, zwei Hörnern und Fagott hatten die Musiker in ihr Programm aufgenommen. Musikalisch erschien es eher schlicht. Harald Rossberger gestaltete den dominierenden Klarinettenpart keck. Ihm gelang auch schönes kurzes Duettieren mit Fagottistin Ellen Hennen in den Ecksätzen und mit den Hornisten Peter Ternay und Simon Zehentbauer im Trioteil des Menuetts.

Eingeleitet hatten die Musiker das Konzert mit Johann Christoph Vogels Ouvertüre zur Oper "Demophon". Das Werk sei, so Vogel, der "Hit" der französischen Revolution gewesen, erklang aber auch im Öhringer Schloss in einem Arrangement für Bläsersextett durch Georg Schmidt. Sowohl der tragische Tonfall des langsamen als auch der dramatische des schnellen Ouvertürenteils wurde vom Ensemble deutlich herausgearbeitet.

In Bartenstein wirkte für kurze Zeit "für Kost und Logis" der in Prag geborene Franz Christoph Neubauer. Für die katholische Schlosskirche hatte er im Jahr 1789 mehrere Messen komponiert. Im Kirchberger Konzert stellte die "Fürstlich Löwensteinische HofMusic" seine Es-Dur-"Parthia" Ludwig van Beethovens Sextett op. 71 in derselben Tonart gegenüber.

Klarinettist Hans Ernst kostete im Neubauer-Werk die gesanglichen Längen aus. Auch Horn und Fagott hatte Neubauer solistische Passagen zugestanden. Im Menuett gelangen die Kontraste zwischen feinen Fagott- und kraftvollen Klarinettenklängen. Den langsamen Satz bestimmte ein warm gefärbter Ensembleton. Das Finale wurde mit Esprit wiedergegeben.

In dieser Hinsicht korrespondierte es mit dem des Beethoven-Sextetts. Ludwig van Beethoven soll es für die Generalversammlung des Deutschen Ordens in Bad Mergentheim im Oktober 1791 geschrieben haben. Vorantreibendes Pulsieren wurde im ersten Satz empfundenem Einhalten im Seitenthema gegenübergestellt. In Bad Mergentheim sind auch der vierjährige Carl Maria von Weber und Beethoven zusammengetroffen - eine wahrscheinlich folgenlose Begegnung. Webers Harmoniemusik in B-Dur entstand 1808 in Ludwigsburg. Das Bläserensemble klang im langsamen Teil uneinheitlich, fing sich aber im schnellen.

Friedrich Witts Geburtsort ist Niederstetten. Sein F-Dur-Quintett - Variationen über die Arie "Di tanti palpiti" aus Gioachino Rossinis Oper "Tancredi" - war von virtuosen Melodieumspielungen bestimmt. Damit gingen die sechs Musiker in Kirchberg bis auf einige Hornpassagen hervorragend um, was sich im Beifall des Publikums niederschlug.

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