Sie finden immer heim

Beim traditionellen Spanferkelessen am Freitagabend im "Ochsen" in Billingsbach zogen die Mitglieder des Brieftaubenvereins "Heimatliebe Blaufelden" sportliche Bilanz und ehrten die Vereinsmeister.

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Brieftauben besitzen so etwas wie ein eingebautes Navigationssystem. Dieses von der Forschung noch nicht ganz erklärte Phänomen ermöglicht es den gefiederten Tieren, auch aus weiter Entfernung instinktiv in den heimatlichen Schlag zurückzufinden. Schon seit dem Altertum nutzen die Menschen diese Fähigkeit der als Friedenssymbol geltenden Tiere als ideale Möglichkeit der Informationsübermittlung.

Modernere und schnellere Arten von Kommunikationswegen haben die fliegenden Boten verdrängt, heutzutage werden sie deshalb fast ausschließlich zum Zweck des sportlichen Wettbewerbs gehalten und gezüchtet. Bei diesen Wettbewerben werden die Tauben mit Spezialfahrzeugen zu einem bis 1000 Kilometer entfernten Auflassplatz transportiert, von wo aus sie den von ihren Besitzern mit Spannung am Laptop verfolgten Heimflug antreten.

Nicht nur im Ruhrgebiet, der Hochburg des Brieftaubensports, werden die "Rennpferde des kleinen Mannes" gehalten, auch in unserer Region hat dieser Sport eine lange Tradition. So kann der Brieftaubenverein "Heimatliebe Blaufelden" mit seinem rührigen Vorsitzenden Klaus Ackermann an der Spitze auf eine über 80-jährige Vereinsgeschichte zurückblicken.

Die Organisation der Wettbewerbe ist nach seinen Ausführungen neben der Pflege der Geselligkeit die Hauptaufgabe des Vereins. Vehement wehrt sich Klaus Ackermann gegen Vorwürfe, welche dem Brieftaubensport "Tierquälerei" vorwerfen. "Wie Marathonläufer, so werden die Tauben im Frühjahr auf die Wettbewerbe gezielt trainiert und vorbereitet. Die verantwortungsvollen Besitzer schicken ausschließlich geeignete Tiere an den Start. Beim Wettbewerb selbst legen die Tiere instinktiv Verschnaufpausen ein", argumentiert der Taubenfreund.

Und was zeichnet denn nun einen guten Brieftaubenhalter aus? "Wie ein erfolgreicher Fußballtrainer, so erkennt er unter seinen Tieren die Talente und fördert deren Leistungsstärke durch individuell dosiertes Training", erklären die Vereinsmitglieder unisono.

Bei der Ehrung der Vereinsmeister konnte Klaus Ackermann mit einer Überraschung aufwarten: Im Jahr 2012 fand eine Wachablösung statt. "Altmeister" Hans Rutsch aus Billingsbach musste seinen Titel dieses Mal an Jürgen Gretz aus Schrozberg abtreten. Aufgrund der Tatsache, dass dessen Flugsportler gleich in mehreren Disziplinen die besten Resultate erzielten, fiel der Pokal auch etwas größer als gewohnt aus. In launigen Worten kommentierte der Vereinsvorsitzende die Leistungen der Tiere vom "Schlag" von Jürgen Gretz. Die fünf besten Alttauben errangen im vergangenen Flugjahr 36 Preise und legten dabei 13 056 Kilometer zurück. Die Jungtiere erflogen bei einer Distanz von 4359 Kilometer 26 Preise. Gesprächsstoff für das anschließende gemütliche Beisammensein war gegeben.

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