Seniorenfreundlichkeit der Kirchberger Infrastruktur unter die Lupe genommen

Die Seniorenfreundlichkeit der Kirchberger Infrastruktur haben Vertreter der Heimstiftung, der Senioren-Genossenschaft, der kommunalen Seniorenarbeit, der Stadt Kirchberg und der Kirchengemeinde getestet.

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Im Alter werden die Wege beschwerlicher. Sie müssen vor allem barrierefrei und behindertengerecht sein, damit die Senioren möglichst lange zu Hause in der vertrauten Umgebung wohnen bleiben können. Doch "was nützt eine seniorengerechte Wohnung, wenn es draußen lauter Stolperfallen gibt", sagt Dorothea Bohn, die Hausleiterin des Kirchberger Seniorenheimes im Schloss. Bei ihrer Fortbildung im Bereich Quartiernetzwerk-Management untersucht sie die Wohnumfeld-Situation für betagte Menschen.

Dazu lud die 51-Jährige zu einem Rundgang durch Kirchberg zu den wichtigsten Einrichtungen und Dienstleistern für Senioren ein. Als Testperson stellte sich die Rollstuhlfahrerin Marianne Liebe zur Verfügung, die lange im zweiten Stock eines Altstadthauses wohnte, solange sie sich selbst versorgen konnte. Vor zwei Jahren ist sie ins Schloss gezogen.

Schwere Tür führt ins Rathaus

Bürgermeister Stefan Ohr ließ es sich nicht nehmen, den Rollstuhl der Probantin zu schieben. Mit den ersten Hindernissen war er gleich zu Anfang vor seinem eigenen Dienstgebäude konfrontiert: Zunächst musste ein Rinne mit anschließendem Geländeanstieg aus grobem Kopfsteinpflaster überquert werden, bevor die schwere Holztür ins Rathaus geöffnet werden konnte - für einen Senior im Rollstuhl ohne Begleiter ein nahezu unmögliches Unterfangen.

Auf dem weiteren Weg durch die Altstadt hatten sowohl Rollstuhlfahrer als auch Personen mit Rollator Schwierigkeiten beim Überqueren der Kopfsteinpflaster-Bänder, die aus rein optischen Gründen die Straßenpflasterung kreuzen. Doch auch außerhalb der Altstadt auf asphaltiertem Terrain war es nicht unbedingt einfacher: Obwohl die Gehwege großteils abgesenkt sind, und damit als "behindertengerecht" gelten, erwiesen sie sich für Rollatoren und Rollstühle als Hindernis.

Schweißtreibend für die Begleiter der Rollstuhlfahrer war der Weg hinauf zum Supermarkt am Rande der Neubausiedlung. Anschließend inspizierte die Truppe den Zugang zur neuen Festhalle, der von der Automatiktür bis zum ebenerdigen Behinderten-WC vorbildlich barrierefrei gestaltet ist.
 

Auch die Hauseingänge der Dienstleister, die auf Senioren als Kunden angewiesen sind, wie Apotheke, Banken oder Ärztehaus lassen sich von Menschen mit Handicap gut passieren, während die Barrierefreiheit im Einzelhandel oft zu wünschen übrig lässt.

Bei der Abschlussrunde herrschte Konsens darüber, dass man in Kirchberg, was die Angebote für Senioren betrifft, sehr gut aufgestellt sei. Bei der Infrastruktur sei vieles verbesserungsbedürftig - manches lasse sich kurzfristig umsetzen, was längerfristig machbar ist, solle weiter diskutiert werden.

Manfred Reich, Vorsitzender des Crailsheimer Seniorenrates und Vorstandsmitglied im Kreisseniorenrat, bekräftigte das allgemeine Credo, weiter im Dialog zu bleiben und empfahl "alle zwei, drei Monate etwas nachzuschieben". Vorstandsmitglied Birgit Flad von der Seniorengenossenschaft regte an, die Bevölkerung nach ihren Wünschen und Bedürfnissen zu fragen, und Initiatorin Dorothea Bohn freute sich über die breite Resonanz für ihr Projekt.

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