Seit 20 Generationen zu hören

Ein Glockenfest feiert die Kirchengemeinde Honhardt am morgigen Sonntag. Vor exakt 500 Jahren fand die Betglocke ihren Platz in der Kirche. Um 10.30 Uhr beginnt der Fest-Gottesdienst.

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Die Honhardter Betglocke wurde 1513 von Bernhardt Lachaman gegossen. Privatfoto

Wenn das Wetter mitspielt, so die Planungen, soll der Gottesdienst im Freien gefeiert werden - damit die Glocken auch zu hören sind. Doch damit nicht genug, denn anschließend geht es gleich weiter. Um 11.45 Uhr beginnt das Festessen, später gibt es Kaffee und Kuchen. Und ab 13 Uhr kommt ein Glockengießer, es können kleine Glocken mit eigener Aufschrift selbst hergestellt und gegossen werden - zum Preis von 25 Euro. Außerdem gibt es ein Volleyball-Turnier im Kirchgarten und Turmführungen. Der Erlös dient der Glocken-Reparatur.

Schon vor der Reformation, 1513, wurde die heute zweitgrößte Glocke von Bernhart Lachaman, dem berühmtesten Glockengießer Südwestdeutschlands gegossen. Sie hängt auf dem Kirchturm der Peter-undPauls-Kirche in Honhardt.

Mit beinahe einer Tonne Gewicht läutet sie seit 20 Generationen. Sie gehört zur Klangsilhouette von Honhardt. Schon mit dem Morgenläuten ertönt sie in fis-Stimmung, um die Bürger zu wecken. Wenn sie zum Abendläuten ertönt, hat man früher zumindest das Abendgebet gesprochen.

Früher haben die Glocken hörbar den Rhythmus der Menschen mitbestimmt. Heute, in Zeiten der Technisierung, schaut man auf die Armbanduhr oder hört die freundliche Stimme aus dem Radio.

Die Jubiläums-Glocke hat einen Durchmesser von 117 Zentimetern mit einer altgotischen Rundumschrift "osanna heis ich in unser fruaen er leut ich bernhart lachaman gos mich 1513". Die Glocke muss seinerzeit um die 200 Gulden gekostet haben, ein immenser Betrag. Man kann davon ausgehen, dass die Kirchengemeinde Honhardt damals recht wohlhabend war. Sie war eine der größten Gemeinden zwischen Crailsheim und Ellwangen.

Heute ist die Betglocke eine von vier Glocken. Die älteste Glocke des Honhardter Geläuts ist aus dem 14. Jahrhundert, zwei Glocken sind nach dem 2. Weltkrieg erworben worden. Früher wurden die Glocken in Kriegszeiten von den Türmen geholt, um sie einzuschmelzen und daraus Kanonen herzustellen. Wenn die Glocken schwiegen, waren es meist keine guten Zeiten. Morgen Abend wird die Betglocke dann wieder übers Dorf läuten.

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