Schwedenofen heizt Bürgerhaus - Land schießt Geld zu

Früher ist Arnsdorf eine eigene Gemeinde gewesen, doch nun gehört es zu Braunsbach. Die Wirtschaft, als Treffpunkt für die Bürger, gibt es nicht mehr. Auch das Rathaus wird schon lange nicht mehr gebraucht.

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Die Arnsdorfer hatten sich lange Zeit Gedanken gemacht, was mit dem leerstehenden Rathaus gemacht werden könnte. Glücklicherweise konnte es an eine junge Familie verkauft werden, die unter anderem mit der Förderung aus ELR-Mitteln (Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum) und viel Eigenleistung inzwischen ein schönes Einfamilienwohnhaus daraus gemacht hat.

Zeitgleich konnte die Gemeinde Braunsbach eine leere, baufällige Scheune in der Ortsmitte von Arnsdorf zu einem günstigen Preis erwerben. Die Pläne, das Gebäude als Bürgertreff zu nutzen, reiften heran. Auch dafür kam die Zusage von ELR-Mitteln. Mit dem Verkaufserlös des Rathauses und den Zuschüssen standen insgesamt 120.000 Euro zur Verfügung. Eine Gruppe engagierter Männer aus dem Dorf, mit Braunsbachs Bürgermeister Frank Harsch an der Spitze, konnte so ans Werk gehen.

Die Sanierung der alten Scheune wurde in Angriff genommen. Zuerst wurde das alte Gerümpel ausgeräumt. Schlechte Holzbalken wurden ausgetauscht, eine neue Bodenplatte verlegt. Das Dach wurde neu verschalt und gedeckt.

Im Inneren wird einerseits Platz für ein Feuerwehrauto geschaffen. Andererseits entsteht ein Raum, wo sich die Bürger treffen können. Die Lage ist zentral, das neue Haus fügt sich sehr gut ins Dorf ein.

Als Bauleiter fungiert Rolf Abel aus Rückertshausen. Er hat den Umbau mit seinen Feuerwehrkameraden der gemeinsamen Löschgruppe Geislingen-Arnsdorf in die Hand genommen. Sein Bruder Armin Abel, von Beruf Zimmermann, bringt sich mit seinen Fertigkeiten auf der Baustelle ein. "Er ist ein großer Garant dafür, dass hier alles gut läuft", sagt der Bauleiter. Harald Hartmann und Dieter Horch berichten, dass seit September donnerstagsabends und samstags auf dem Bau gearbeitet wird. In diesem Frühjahr soll Einweihung sein. Rolf Abel erzählt, dass inzwischen 750 Arbeitsstunden angefallen sind. Alle Helfer sind freiwillig da. Ein Engagement, das aller Ehren wert ist.

Weil die Mitarbeiter verschiedene Fähigkeiten mitbringen, können viele Arbeiten problemlos und kostengünstig erledigt werden. So hat ein Bürger aus Rückertsbronn das Garagentor für das Feuerwehrauto zum Selbstkostenpreis geliefert und eingebaut.

Eine Heizung gibt es bewusst nicht. Der Treffpunkt soll mit einem Schwedenofen gewärmt werden. "Wenn man sich trifft, bringt jeder ein paar Holzscheite mit", sagt Bürgermeister Harsch. Der Platz vor dem Bürgertreff wird gepflastert werden. "Dann können wir hier Bänke aufstellen und Festle feiern, zum Beispiel ein Maifestle", freut sich der Bürgermeister.

Die Organisation des Hauses wird unbürokratisch ablaufen. "Die Bürger nehmen das selbst in die Hand. Wichtig ist, dass man sich treffen und zusammensetzen kann, miteinander sprechen, sich austauschen", so Harsch. Die Schlüssel zum Bürgertreff werden an mehrere Personen verteilt, damit eine große Flexibilität gewährleistet werden kann.

Um die Nutzung des Bürgertreffs muss man sich keine Sorgen machen. "In Arnsdorf gibt es generell Zuzug von Bürgern. Der Ort ist wieder lebendig", erklärt Harsch. "Hier werden die Auswirkungen der Landesförderung sichtbar." Vorhandene Bausubstanz werde umgenutzt und ausgebaut und damit erhalten. Alte Häuser könnten so saniert und Baulücken geschlossen werden.

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