Schwabenrock kommt hoim

Im Geist des Schwabenrockers Wolle Kriwanek sind Gitze und Band unterwegs. Für den Förderverein des FC Oberrot rockten sie jetzt die Kultur- und Festhalle in der Rottalgemeinde.

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  • Rocken und Bluesen im Kriwanek-Sound: Gitze (2.v.r.) und Band. Fotos: Rückert 1/2
    Rocken und Bluesen im Kriwanek-Sound: Gitze (2.v.r.) und Band. Fotos: Rückert
  • Der Funke sprang schnell über: Publikum in der Kultur- und Festhalle. 2/2
    Der Funke sprang schnell über: Publikum in der Kultur- und Festhalle.
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Wolle Kriwanek ist vor elf Jahren verstorben. Für viele seiner Anhänger damals ein Schock. In seinen einzigartigen Liedern und Schwabensongs, die gepaart mit Witz und rockigem Rhythmus richtig salonfähig wurden, lebt er weiter. Bands und Musikgruppen verfolgen bei ihren Auftritten die Idee des "Schwabenrocks" - jede auf ihre Weise. Dadurch hat sich eine musikalische Vielfalt entwickelt, die jeweils ihr Publikum gefunden hat. Dem Förderverein des FC Oberrot ist es gelungen, mit "Gitze und Band" ein authentisches Revival-Konzert zu dem einstigen Schwabenrocker zu veranstalten.

"Bescht of Schwabenrock" lautete das Motto des Abends in der Oberroter Kultur- und Festhalle, den sich eine große Anhängerschar des besonderen Musikstils nicht entgehen ließ. Vor Gitzes rockigem Mundart-Act empfahl sich die Combo "Drecksglomb" als Rockband im Kriwanek-Stil. Doch liederliche Texte unterlegt zu bekannten internationalen Hits machen noch keinen individuellen Schwabenrock aus. Das bestätigten einzelne Stimmen aus dem Publikum.

Ganz anders war es, als Gitze und Band mit ersten heftigen Rock-Beats die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich lenkte. Als hätte es nur darauf gewartet, kam Bewegung in den Saal. Während an den Stehtischen eingefleischte Wolle-Fans schon ordentlich dem rockigen Rhythmus frönten, blieb viel Publikum wie gebannt im überwiegend bestuhlten Raum sitzen. Nicht lange und die zündende Musik der Band sprang auch auf diese Genießer über. Lauthals wurden die Refrains mitgesungen, ohne dass Gitze dazu aufforderte. Er erforschte auch spielerisch die Stimmung im Saal und trieb sie in gewitzter Art bei gesanglichem Wettstreit zwischen Weiblein und Männlein zu immer neuen Höhepunkten.

Die Band rockte und blueste im Kriwanek-Sound was das Zeug hielt. Selbst Reggae-Rhythmen überzeugten als mundarttaugliche Musik: "Reggae i di uff?". Gitze erzählte in den Songs von ganz alltäglichen Dingen, so wie auch Wolle Kriwanek sein Umfeld erlebte. Als "Easy Rider" auf einer Harley-Davidson durch die heimatliche Landschaft cruisen, "Mei Frau" kritisch beleuchten oder den "Morgenstund Blues" überstehen - den "Lyrics" war das einzigartige Wolle-Kriwanek-Gefühl zu Eigen. Auch liedhaften Texten wie "Gib deim Herz en Stoß" lag ein zauberhaftes Gefühl zugrunde.

Gitze war jedoch nicht der einzige Protagonist auf der Bühne. Kurt Stahl und Werner Müller rockten, unterstützt von Drumbeats des Boonkid Jackson und Wilco Keller am Keyboard, mit Gitarren- und Bass-Solis den Saal. Starke Rhythmen verbunden mit bodenständigen Texten heizten die Stimmung bis in die späte Nacht an. Der "Schwabenrock" ist angekommen.

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